Spritpreise fielen im Wochenverlauf auf Jahrestief

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nach einer kurzen Aufwärtsbewegung zum Wochenstart, sind die Spritpreise an den deutschen Tankstellen im Verlauf  der zurückliegenden Woche weiter gefallen. Insgesamt gaben die Diesel- und Benzinpreise in den letzten Tagen um weitere 0,7 bis 0,8 Cent/Liter nach. Damit sind die Kraftstoffpreise dem Preiseinbruch der Ölpreise gefolgt und haben im März bereits um rund drei Prozent nachgeben.

An den rund 100 günstigsten Tankstellen konnte Diesel gestern für 1,039 €uro/Liter getankt werden. An den teuersten Tankstellen kostet der Liter Diesel gestern hingegen 1,369 €uro. Bei den Benzinpreise (Super E10) lag die Preisspanne zwischen 1,229 und 1,579 €uro/Liter. Allgemein betrachtet ist der beste Zeitpunkt zum Tanken nach wie vor zwischen 18:00 und 20:00 Uhr. Allerdings kann auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wenn man die richtige Tankstelle wählt.

Außerdem zeigt sich weiterhin, dass die Spritpreise je nach Tankstelle zur gleichen Uhrzeit in einem Umkreis von 10 Kilometern um bis zu 15 Cent/Liter voneinander abweichen können. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte darauf achten, wann er welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,158 €uro je Liter
- Super: 1,354 €uro je Liter
- E10: 1,333 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,039 €/l zu 1,369 €/l (+ 33 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,579 €/l (+ 35 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,559 €/l (+ 35 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise bereits in den letzten Wochen kräftig gefallen sind, war auch in dieser Woche ein weiterer Rückgang um rund zwei Prozent zu verzeichnen. Die Nordsee-Ölsorte BRENT fiel in dieser Woche zwischenzeitlich sogar zum ersten Mal seit November 2016 wieder unter die 50-Dollar-Marke, erholte sich dann jedoch wieder. Unterm Strich gab BRENT in dieser Woche dennoch um gut 1,1 $/b nach und notierte am Freitagmorgen bei 50,7 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI ging ebenfalls um 1,0 $/b zurück und wurde somit am Freitagmorgen bei 48,9 Dollar/Barrel gehandelt.

Am Ölmarkt wird zurzeit deutlich weniger auf steigende Preise spekuliert als dies noch zum Monatsbeginn der Fall war. Die gute Entwicklung der US-Ölförderung und die hohen Öllagerbestände deuten darauf hin, dass die Förderkürzung der OPEC bisher nicht dazu geführt, dass das hohe Angebot auf dem Weltölmarkt signifikant zurückgegangen ist. Um Rückschlüsse auf die aktuelle Angebotslage am Weltölmarkt ziehen zu können richteten sich die Blicke der Anleger auch in dieser Woche wieder auf die allwöchentlichen, offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums zu den Öllagerbestanden in den USA.

Erneut blieb der lang erwartete Abbau bei den US-Öllagern aus. Laut DOE war in der vergangenen Woche sogar ein Anstieg der amerikanischen Rohöllager in Höhe von 4,9 Mio. Barrel zu verzeichnen. Gleichzeitig gingen jedoch die Lagerbestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Summe um 4,7 Mio. Barrel zurück, so dass insgesamt von einer Verlagerung der Rohölbestände hin zu den Produktelagern gesprochen werden kann. Unterm Strich veränderten sich die gesamten US-Öllager somit kaum, befinden sich aber mit insgesamt 932 Mio. Barrel weiterhin auf einem der höchsten Stände des vergangenen Jahrzehnts, was die Ölpreise unter Druck setzte.

Von den Fundamentaldaten abgesehen, wird zurzeit auch deutlich, welche neue, regulierende Rolle den USA aufgrund der dortigen Schieferöl-Industrie am Weltölmarkt zukommt. Bis vor einigen Jahren fiel die Rolle des Preismanipulierers fast ausschließlich der OPEC und hier insbesondere Saudi-Arabien zu. Seit dem Schieferöl-Boom im Jahr 2014 und der anschließenden Kostenoptimierung dieser Fördermethode, kann nun auch die USA ganz offensichtlich erheblichen Einfluss auf das Zustandekommen der Ölpreise nehmen.

Für die kommenden Tage fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise leicht preisdrückend aus. Da jedoch das Wochenende vor der Tür steht, sollten sich Autofahrer auf stabile bis leicht steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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