Mineralölwirtschaft kämpft mit Logistikproblemen

Benzinpreise - Entwicklung

Die Versorgungslage mit Mineralölprodukten bleibt im Südwesten Deutschlands weiterhin angespannt. Das anhaltende Niedrigwasser entlang des Rheins und anderen wichtigen Routen der Binnenschifffahrt, fehlende alternative Transportwege sowie die jüngsten Raffinerieausfälle haben in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Spritpreise an den deutschen Tankstellen kräftig gestiegen sind. Besonders in den südlichen Bundesländern sind die Diesel- und Benzinpreise deutlich gestiegen. Der Norden Deutschlands blieb hingegen weitestgehend von Preissteigerungen an den Tankstellen verschont geblieben.

Zum Start der aktuellen Woche sind die Spritpreise erstmalig leicht gesunken, nachdem die durchschnittlichen Benzinpreise in den zurückliegenden drei Wochen um fünf Cent je Liter bzw. 3,5 Prozent und die gemittelten Dieselpreise sogar um acht Cent je Liter bzw. sechs Prozent in die Höhe geschnellt waren. Mit aktuell rund 1,56 €uro/Liter (SUPER E5) bzw. über 1,44 €uro/Liter (Diesel) befinden sich die Spritpreise zurzeit auf dem höchsten Stand seit gut vier Jahren bzw. mehr als fünf Jahren.

Kurios ist dabei, dass die Rohölpreise seit Wochen auf Talfahrt sind und somit auch die Preise an den heimischen Zapfsäulen theoretisch hätten sinken können anstatt zu steigen. Genau wie bei den Heizölpreisen kommen die Preisvorgaben vom Rohölmarkt jedoch nicht bei den Verbrauchern an. Bei den aktuelle Ölpreisen und dem derzeitigen €uro-Dollar-Wechselkurs könnten die Spritpreise hierzulande in etwa auf dem Preislevel vom September diesen Jahres liegen. Das entspricht einem Abwärtspotential von rund 2,5 % bei den Benzinpreisen und rund 7,5 Prozent bei den Dieselpreisen.

Da sich die derzeitigen Versorgungsprobleme vor allem auf den Süden der Bundesrepublik beziehen, bleibt weiterhin auffällig, dass sich die Spritpreise zurzeit regional stärker unterscheiden als dies im Normalfall üblich wäre. So kostete ein Liter Benzin im Saarland und in Teilen von Baden-Württemberg und Bayern gestern im Durchschnitt 1,61 €uro/Liter, während man in Hamburg für 1,49 €uro/Liter tanken konnte. Immerhin ist es bisher auch im Süden noch nicht zu größeren Versorgungsausfällen an den Tankstellen gekommen. Doch was die Aussichten für die weitere Preisentwicklung anbelangt, können Autofahrer zunächst wohl nicht mit deutlicheren Preisrückgängen an den Tankstellen rechnen.

Benzinpreise - Zahlen

billiger tanken

 

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,442 €uro je Liter
- Super: 1,556 €uro je Liter
- E10: 1,535 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,279 €/l zu 1,639 €/l (+ 36 ct/l)
- Super: 1,399 €/l zu 1,729 €/l (+ 33 ct/l)
- E10: 1,379 €/l zu 1,719 €/l (+ 33 ct/l)

 



* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

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