Lage an französischen Tankstellen spitzt sich zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Der Ölarbeiterstreik in Frankreich, von dem fast alle dortigen Raffinerien betroffen sind, hat dazu geführt, dass bereits 20-30% der französischen Tankstellen leer gepumpt sind und keine Kraftstoffe mehr verkaufen. Somit spitzt sich die Lage in Frankreich dramatisch zu. Hält die Regierung an den geplanten Arbeitsmarktreformen fest, so könnten die ebenfalls festentschlossenen Gewerkschafter das Land kurz vor der Fußball-Europameisterschaft komplett lahm legen. Aufgrund der prekären Lage versuchen zurzeit viele französische Tankstellenbetreiber ihre Kraftstoffe aus dem umliegenden Ausland zu importieren, was auch die Nachfrage bei den deutschen Raffinerien erhöht und somit auch bei uns zu weiter steigenden Diesel- und Benzinpreisen führen könnte.

So legten die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen in der vergangenen Woche kräftig zu, obwohl die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt recht stabil ausgefallen waren. Insgesamt kletterten die Dieselpreise zwischen Montag und Donnerstag um rund einen Cent je Liter und die Benzinpreise legten im 1,2 Cent/Liter zu. Betrachtet man die Preisentwicklung im gesamten Mai, so muss klar festgestellt werden, dass Autofahrer in Deutschland wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen um ihre Tankrechnungen zu bezahlen. So sind die Kraftstoffpreise in diesem Monat im Durchschnitt um rund drei Cent je Liter gestiegen. Konnte man Diesel zum Monatsbeginn an den günstigsten Tankstellen noch für knapp 96 Cent/Liter kaufen, so muss man aktuell wieder mehr als einen €uro je Liter bezahlen. Steuert man hingegen zu ungünstigen Zeitpunkten teure Tankstellen an, so fällt auf, dass sich die teuersten Diesel- und Benzinpreise im vergangenen Monat kaum verändert haben. Dies zeigt erneut, dass man von Preisschwankungen am heimischen Kraftstoffmarkt besonders dann profitieren kann, wenn man darauf achtet wann man welche Tankstelle ansteuert.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,114 €uro je Liter
- Super: 1,350 €uro je Liter
- E10: 1,332 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,009 €/l zu 1,279 €/l (+ 27 ct/l)
- Super: 1,249 €/l zu 1,529 €/l (+ 28 ct/l)
- E10: 1,229 €/l zu 1,509 €/l (+ 28 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Der Aufwärtstrend der Kraftstoffpreise entspricht zurzeit nicht unmittelbar der Preisentwicklung am Rohölmarkt. Zwar waren die Ölpreise in dieser Woche zum ersten Mal seit über einem halben Jahr wieder über die Marke von 50 Dollar/Barrel gestiegen, da jedoch im Wochenverlauf auch immer wieder Preisrückgänge zu verzeichnen waren, hat sich die europäische Rohölleitsorte BRENT im Verlauf der gesamten Wochen kaum verändert. So stand BRENT vor genau einer Woche bei 49,1 Dollar/Barrel und notierte am heutigen Freitagmorgen bei 49,2 Dollar/Barrel. Die US-Rohölsorte WTI legte im gleichen Zeitraum auch nur um 0,5 $/b zu und wurde somit am Freitagmorgen ebenfalls bei 49,2 Dollar/Barrel gehandelt.

Gestützt wurden die Rohölpreise in dieser Woche vor allem dadurch, dass die US-Öllager erneut gesunken waren. So hatte das Department of Energy (DOE) gemeldet, dass die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche um 4,2 Mio. Barrel auf 537,1 Mio. Barrel abgebaut wurden. Gleichzeitig sind die Lagerbestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) nur um insgesamt 0,7 Mio. Barrel gestiegen, so dass die gesamten US-Öllager um 3,5 Mio. Barrel auf 928,1 Mio. Barrel gesunken sind. Dies ist zwar der niedrigste Stand seit drei Monaten, dennoch befinden sich die US-Öllager damit noch weit über dem Level der Vorjahre. So lagen die gesamten US-Öllager zwischen 2009 und 2014, zwar mit einigen Schwankungen aber insgesamt doch recht stabil im Mittel bei gut 700 Mio. Barrel.

Aufgrund der Ölschwemme sind die amerikanischen Öllager in den letzten eineinhalb Jahren enorm angestiegen, bis auf das Allzeithoch von vor drei Wochen in Höhe von 942,2 Mio. Barrel. Der Rückgang in den zurückliegenden Wochen auf nunmehr 928,1 Mio. Barrel ist somit für den Weltölmarkt gut verkraftbar. Zudem war ein zwischenzeitlicher Rückgang der US-Öllager durch den Rückgang der kanadischen Ölförderung zu erwarten. Da sich die Lage nach den starken Waldbränden in der kanadischen Ölregion Alberta zuletzt aber wieder verbessert hat, wichtige Ölförderländer ihre Produktion erhöhen wollen und auch der stärkere Dollar für eine schwächere Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums sorgt, gibt es einige Faktoren die mittelfristig wieder Druck auf die Ölpreise ausüben könnten.

Am Devisenmarkt konnte sich der €uro, nach der Talfahrt der vergangenen Wochen, wieder gegen den Dollar stabilisieren. Gestützt wurde der €uro unter anderem von guten Wirtschaftszahlen aus Deutschland. Allerdings fielen auch die Zahlen vom amerikanischen Arbeits- und Immobilienmarkt gut aus, so dass sich der €uro-Dollar-Wechselkurs auf Freitag kaum veränderte und am Morgen bei rund 1,118 Dollar/€uro stand. Der stabile €urokurs und die in Summe kaum veränderten Ölnotierungen sorgen insgesamt neutrale Vorgaben für den heimischen Kraftstoffmarkt. Aufgrund der Krise in Frankreich sollten sich Autofahrer am Wochenende dennoch auf weiter steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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