Kraftstoffsorten entwickeln sich unterschiedlich

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Diesel- und Benzinpreise an den deutschen Tankstellen driften immer weiter auseinander. Während die Dieselpreise in den letzten zwei Wochen um rund 2 Cent/Liter günstiger geworden sind, haben die Benzinpreise im gleichen Zeitraum um rund zwei Cent je Liter zugelegt. Bei einer Betrachtung der letzten zwei Monate wird das Auseinanderdriften der Kraftstoffsorten noch deutlicher (siehe Chart).

Als Folge dieser Entwicklung ist der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER auf ein neues Rekordhoch in Höhe von über 29 ct/l geklettert. Vor vier Monaten lag der Unterschied noch bei knapp 16 Cent/Liter. Fahrer von benzinbetriebenen PKWs partizipieren somit bisher leider noch nicht von den sehr günstigen Rohölpreisen am Weltölmarkt.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,223 €uro je Liter
- Super: 1,515 €uro je Liter
- E10: 1,497 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,109 €/l zu 1,409 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,409 €/l zu 1,669 €/l (+ 26 ct/l)
- E10: 1,389 €/l zu 1,649 €/l (+ 26 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Nachdem die europäische Leitsorte BRENT zum Wochenbeginn deutlich abgenommen hatte, kletterte sie in den letzten beiden Tagen um insgesamt zwei Dollar je Barrel und stand somit am Freitagmorgen bei 59,2 Dollar/Barrel. Die aktuelle Versorgungs- und Nachrichtenlage am Weltölmarkt übte zuletzt massiven Druck auf die Ölpreise aus und auch wenn die Ölpreise heute wieder gestiegen sind, so bleibt im gesamten Wochenverlauf immer noch ein Minus stehen. Gestützt wurden die Ölpreise in den letzten Tagen durch eine bessere Lage an der chinesischen Börse.

Nachdem dort die die Aktienkurse in den letzten Monaten um 35 bzw. 40 Prozent gecracht sind, konnten die Kurse, bedingt durch staatliche Eingriffe, zuletzt wieder zulegen. Dies sorgte dafür, dass Trader auch wieder bei den Ölkontrakten zugriffen. Zudem wurden auch die andauernden Verhandlungen um das iranische Atomprogramm an den Börsen preistreibend gewertet, da auch die letzte Frist wieder ohne Einigung verstrichen war. Dennoch bleibt die grundsätzliche Lage am Weltölmarkt unverändert.

Das weltweite Angebot übersteigt die Nachfrage weiterhin deutlich. So wurde in dieser Woche auch die Trendwende bei den US-Öllagerbeständen bestätigt, denn die bereits prall gefüllten US-Öllager stiegen laut den offiziellen Daten des DOE (Department of Energy) um weitere 3,2 Mio. Barrel an. Am Devisenmarkt zeigt sich der €uro, trotz griechischem Referendum, weiterhin unbeeindruckt und konnte auf Freitag sogar gegen den Dollar zulegen.

Die Aussichten für die Kraftstoffpreise fallen somit unterschiedlich aus. Fahrer von Dieselfahrzeugen müssen sich wohl auf eine Preiserhöhung am Wochenende einstellen. Ein Rückgang der Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen ist hingegen längst überfällig.

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