Kraftstoffpreise zum Wochenbeginn spürbar gesunken

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Zum Start der aktuellen Woche haben die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen spürbar nachgegeben. Am Wochenende war es mit den Diesel- und Benzinpreisen zunächst nochmal kräftig nach oben gegangen, am gestrigen Montag dann jedoch wieder nach unten. Insgesamt standen die Kraftstoffpreise am Montag dennoch um rund 0,2 Cent/Liter über den Preisen vom vergangenen Donnerstag. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Spritpreisen ist mit aktuell 28 Cent/Liter auf den tiefsten Stand seit Monatsbeginn gefallen, weil besonders die günstigsten Preise angezogen sind, aber gleichzeitig auch die teuersten Spritpreise zurückgegangen sind.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,124 €uro je Liter
- Super: 1,352 €uro je Liter
- E10: 1,334 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,019 €/l zu 1,299 €/l (+ 28 ct/l)
- Super: 1,249 €/l zu 1,529 €/l (+ 28 ct/l)
- E10: 1,229 €/l zu 1,509 €/l (+ 28 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Nordsee-Ölsorte BRENT nahezu im gesamten Juni und in der letzten Woche auch die US-Sorte WTI über der 50-Dollar-Marke notierte, ging es für die beiden Leitsorten seit Donnerstag erstmal wieder nach unten. Auch zum Start der neuen Handelswoche knüpften die Rohölpreise an ihre Verluste an und gaben am Montag und Dienstagmorgen jeweils weiter nach. Insgesamt gaben BRENT und WTI zwischen Freitag- und Dienstagmorgen um 1,8 $/b nach und notierten somit beide wieder unter der 50-Dollar-Marke. So wurde BRENT am Dienstagmorgen bei 49,9 Dollar/Barrel gehandelt und WTI stand bei 48,4 Dollar/Barrel.

Die Gegenbewegung zu den zuvor rasanten Anstiegen der Ölpreise ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen belastet der zuletzt wieder an Wert zulegende Dollar die Ölnotierungen, weil die stärkere US-Währung zu einer schwächeren Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums führt. Zudem sorgten auch die baldige Normalisierung der Ölproduktion in Kanada und Daten vom US-Ölmarkt für einen Rücksetzer am Weltölmarkt. Denn in den USA haben die steigenden Ölpreise zu einem Anstieg der laufenden Förderanlagen geführt.

Laut den Zahlen des Ölfeld-Ausrüsters Baker Hughes stieg die Zahl der Bohrlöcher in den USA um drei auf 328 Anlagen. Dies war der zweite Wochenanstieg in Folge. Für die Gesamtförderung spielt der leichte Anstieg zwar kaum eine Rolle, dennoch kann die Zunahme der Förderanlagen als Zeichen gewertete werden, dass die Schieferölförderer in den USA in den Startlöchern stehen um Förderanlagen in Betrieb zu nehmen sobald die Ölpreise anziehen.

Immer mehr in den Fokus rückt aktuell auch die Abstimmung Großbritanniens zum Verbleib in der Europäischen Union, die am 23. Juni stattfindet. Dies sorgt für eine allgemein schlechtere Stimmung an den Finanzmärkten, weil Anleger Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Brexits haben. Dies führt zum einen dazu, dass sich Händler insgesamt aus riskanteren Anlagen, wie den Ölpreisen zurückziehen und zum anderen in den US-Dollar investieren, der von einem Brexit profitieren wird oder zumindest eine sichere Anlage darstellt.

Da der stärkere Dollar auf die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums drückt, führen beide Entwicklungen dazu, dass die Ölnotierungen zurzeit unter Druck geraten. Insgesamt fallen die Vorgaben für die Diesel- und Benzinpreise somit zurzeit recht gut aus, so dass sich Autofahrer in den kommenden Tagen wohl auf tendenziell nachgebende Kraftstoffpreise einstellen können.

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