Kraftstoffpreise zogen am Wochenende deutlich an

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

In der vergangenen Woche hat der Anstieg der Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Tankstellen wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Besonders die Benzinpreisen haben sich vom Preiseinbruch des letzten Jahres wieder massiv erholt und sind in den letzten drei Monaten um knapp 15 Prozent angestiegen. Dies ist vor allem erstaunlich, weil sich die Rohölpreise im gleichen Zeitraum bei weitem nicht so deutlich erholt haben wie die aktuellen Benzinpreise.

Und auch der €uro-Dollar-Wechselkurs ist seit Jahresbeginn nicht so deutlich gefallen, dass man ausschleißlich aus den Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt einen so erheblichen Anstieg der Benzinpreise herleiten kann. Aber nicht nur die Benzinpreise, auch die Dieselpreise sind in den letzten drei Monaten gestiegen. Dies allerdings nicht so deutlich wie die Benzinpreise. Daher ist auch der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER über 22 Cent/Liter gestiegen.

Die Rohölpreise sind zum Wochenauftakt weiter gestiegen, was zu großen Teilen auf Spekulationen zurückzuführen ist. Denn die Fundamentaldaten sprechen weiterhin eine recht eindeutige Sprache. So hat z.B. die OPEC ihre Produktion im März um weitere 1,2 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet, die USA fördern ebenfalls weiterhin mehr Öl als in den Vorjahren und die Rohöllager sind zum Bersten voll. Aktuell deutet nichts darauf hin, dass der Preiskampf um Marktanteile zwischen Saudi-Arabien und der damals boomenden US-Schieferölförderung bereits entschieden und beendet ist. Daher ist und bleibt der Weltölmarkt für die nächsten Monate überversorgt.

Auf der anderen Seite suchen Börsenakteure nach Anlagemöglichkeiten für das aktuell zum Nulltarif zu erhaltene Geld. Und so sorgte die Meldung, dass China seine Leitsinsen senken will um die dortige Wirtschaft anzukurbeln zum Wochenstart dafür, dass die europäische Leitsorte BRENT um weitere 0,6 $/b kletterte und am Montagmorgen bei 64,1 Dollar je Barrel gehandelt wurde. Am Devisenmarkt konnte der €uro seine letzten Gewinne gegen die Öl-Währung Dollar halten. Insgesamt fallen die Vorgaben für die Kraftstoffpreise für diese Woche zwar eher schlecht aus, nach den letzten heftigen Preisanstiegen sollten Autofahrer im Wochenverlauf dennoch auf nachgebende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen hoffen dürfen.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Sonntag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,244 €uro je Liter
- Super: 1,466 €uro je Liter
- E10: 1,448 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Sonntag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,129 €/l zu 1,369 €/l (+ 24 ct/l)
- Super: 1,359 €/l zu 1,609 €/l (+ 25 ct/l)
- E10: 1,339 €/l zu 1,589 €/l (+ 25 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

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