Kraftstoffpreise weiter auf Talfahrt

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Zum Wochenstart haben die Kraftstoffpreise ihre Talfahrt an den heimischen Tankstellen fortgesetzt. Im Gegensatz zum Wochenende gaben auch die Benzinpreise um gut 0,5 Cent/Liter nach. Mit dem erneut massiven Rückgang der Dieselpreisen war dies jedoch nicht vergleichbar. So gingen die Preise für Diesel im Durchschnitt um weitere 1,7 Cent/Liter zurück. Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den im Tagesverlauf niedrigsten Dieselpreisen aus. So konnte Diesel am gestrigen Dienstag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr an den 33 günstigsten Tankstellen für unglaubliche 91,9 Cent/Liter getankt werden. Damit haben die Dieselpreise erneut ein Rekordtief seit Beginn der Datenerhebung markiert. Durch den heftigen Preusrutsch bei Diesel hat sich der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER auf aktuell über 25 Cent/Liter erhöht.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,052 €uro je Liter
- Super: 1,304 €uro je Liter
- E10: 1,286 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,919 €/l zu 1,239 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,489 €/l (+ 29 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,469 €/l (+ 29 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Ölpreise zum Wochenstart zunächst weiter auf Talfahrt geschickt wurden, drehten sie am gestrigen Handelstag ins Plus und stabilisierten sich am heutigen Mittwochmorgen. Insgesamt legte die europäischen Leitsorte BRENT zwischen Montag- und Mittwoch um 0,4 $/b zu und notierte somit am Morgen bei 38,1 Dollar/Barrel. Die wichtigsten US-Rohölsorte WTI hat im gleichen Zeitraum um 1,5 $/b zugelegt, so dass sich der Sortenpreisabstand in den letzten Tagen auf nur noch gut einen Dollar je Barrel verringert hat.

Am Montag sorgte zunächst noch die erneute Bestätigung des Iran, seine geplante Erhöhung der Ölexporte auch bei dem derzeitigen Verfall der Ölpreise durchzuführen, sobald die westlichen Sanktionen aufgehoben seien, für weiteren Preisdruck. Danach setzte dann aber eine von vielen Analysten bereits länger erwartete Gegenbewegung ein, welche sich am gestrigen Dienstag, aufgrund von technischen Faktoren, weiter fortsetzte. Nach der anfänglichen Freude über den Ölpreisverfall, welcher als Konjunkturpaket gedient hat, mehren sich nun die kritischeren Stimmen. Der Sturz der Ölpreise sei schlichtweg zu extrem. Allein seit Anfang Dezember sind die Rohölpreise um mehr als zehn Prozent gefallen, seit Jahresbeginn sind es mehr als dreißig Prozent.

Es wird befürchtet, dass notwendige Investitionen in die Ölförderung ausbleiben und hierdurch der Ölpreis in den kommenden Jahren massiv ansteigen könnte und/oder sich die Abhängigkeit von den Ölstaaten des Nahen Ostens erhöht. Auch wird die Auswirkung der niedrigen Ölpreise auf die Weltkonjunktur zunehmend negativ bewertet, es werden politische Instabilitäten erwartet und nun leidet auch noch der Klimaschutz unter den viel zu niedrigen Ölpreisen. Selbst an der Börse ist man überrascht und spricht von "aberwitzigen Zügen", die der Ausverkauf der Ölnotierungen angenommen hätte.

Am Devisenmarkt rückt die heute Mittag von der FED höchstwahrscheinlich eingeleitete Leitzinsanhebung in den USA in den Fokus. Da noch nicht klar ist welches Tempo die FED bei der US-Zinswende einschlagen wird, halten sich Devisenhändler noch zurück. Sollte die Leitzinserhöhung eher zurückhaltenden ausfallen, so werden sich wohl auch die Reaktionen am Devisenmarkt in Grenzen halten. Da aber insgesamt mit einem gegen den Dollar nachgebenden €uro gerechnet werden muss und die Rohölpreise gestern gestiegen sind, fallen die Vorgaben für den Kraftstoffmarkt schlechter aus. Daher müssen sich Autofahrer im weiteren Wochenverlauf wohl auf eine Ende des Preisverfalls oder sogar leicht anziehende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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