Kraftstoffpreise über Weihnachten weiterhin extrem niedrig

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Abwärtsbewegung der Kraftstoffpreise hat zwar an Fahrt verloren, aber sie hält weiter an. Mit durchschnittlich 1,04 Cent/Liter haben die Dieselpreise gestern erneut ein Rekordtief seit Beginn der Datenerhebung markiert. Die Benzinpreise liegen mit durchschnittlich knapp 1,30 €/Liter noch über dem Preistief vom Januar diesen Jahres, so dass bei den Benzinpreisen durchaus noch viel Platz nach unten für weitere Preisnachlässe ist. Der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten Diesel und SUPER (E5) ist in den letzten Wochen auf nunmehr 25,5 Cent/Liter angestiegen.

Durch die bereits im gesamten Jahr bestehende Überversorgung des Weltölmarktes wurden die deutschen Autofahrer im Jahr 2015 deutlich entlastet. Laut dem Mineralölwirtschaftsverband (MWV) fiel die Tankrechnung Deutschlands für 2015 um rund 10,5 Milliarden €uro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Die Ersparnis soll rund 2,9 Milliarden €uro bei Benzin und rund 7,6 Milliarden €uro bei Diesel betragen. Gemäß den Daten des MWV entfällt beim Diesel jeweils etwa die Hälfte auf den privaten und auf den gewerblichen Verkehr (Dienstwagen, Transporte, Landwirtschaft, Reisebusse und Busse im öffentlichen Nahverkehr).

Von den zurzeit extrem niedrigen Preisen an den Zapfsäule profitieren jedoch nicht alle Verbraucher gleichermaßen, denn Autofahrer müssen darauf achten welche Tankstelle Sie zu welcher Tageszeit ansteuern um nicht doch noch in die Kostenfalle zu tappen. Denn die günstigen Diesel- und Benzinpreise sind zurzeit zwar in aller Munde, dabei wird jedoch gelegentlich vergessen, dass es erhebliche Preisschwankungen an und zwischen den Tankstellen gibt, so dass innerhalb von wenigen Minuten oder Kilometer Entfernung, Preisdifferenzen von bis zu 20 Cent zu beobachten sind.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,042 €uro je Liter
- Super: 1,296 €uro je Liter
- E10: 1,278 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,929 €/l zu 1,219 €/l (+ 29 ct/l)
- Super: 1,189 €/l zu 1,469 €/l (+ 28 ct/l)
- E10: 1,169 €/l zu 1,449 €/l (+ 28 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In den vergangenen Handelstagen haben die Rohölpreise zunächst wieder spürbar nachgegeben. Gestern entwickelten sich die wichtigste US-Ölsorte WTI und die europäische Leitsorte BRENT dann jedoch unterschiedlich. Während BRENT sich kaum veränderte und am Dienstagmorgen bei 36,5 Dollar/Barrel notierte, legte WTI um 1,8 $/b zu und wurde am Morgen bei 36,2 Dollar/Barrel gehandelt. Der Grund hierfür ist in der Aufhebung der Ölexport-Beschränkungen der USA zu finden. Nach über 40 Jahren hat die USA diese selbst auferlegte Handelsbeschränkungen gekippt, so dass in den USA gefördertes Öl nun auch wieder außerhalb des Landes verkauft werden kann.

Der Effekt auf den Ölpreise insgesamt wird durch Experten als gering eingestuft. Allerdings hat die US-Ölsorte WTI eine bessere Qualität und ist zurzeit günstiger als BRENT. In Zukunft wird WTI wohl teurer als BRENT werden, was sich gestern bereits zeigte. Denn durch den gestrigen Anstieg von WTI liegt der Sortenpreisabstand aktuell nur noch bei 0,3 Dollar/Barrel.

Am Devisenmarkt legte der €uro gestern deutlich gegen die Ölwährung US-Dollar zu. Mit am Morgen 1,092 $/€ konnte die Gemeinschaftswährung fast wieder auf den Stand vor der Bekanntgabe der US-Zinswende klettern. Insgesamt fallen die Vorgaben für die bevorstehenden Weihnachtstage freundlich aus, so dass sich Autofahrer wohl über weiterhin stabil niedrige oder sogar leicht fallende Spritpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können.

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