Kraftstoffpreise halten günstiges Preisniveau

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind zum Wochenstart gestiegen und haben dann im weiteren Wochenverlauf wieder nachgegeben. Somit lagen die durchschnittlichen Diesel- und Benzinpreise mit gut 1,12 €uro/Liter bzw. knapp 1,34 €uro/Liter am gestrigen Donnerstag fast auf dem gleichen Preislevel wie vor einer Woche. Insgesamt können die Spritpreise zur aktuellen Sommerferien-Reisezeit weiterhin als günstig bezeichnet werden.

Der Preisunterschied zwischen den teuersten und günstigsten Tankstellen ist in dieser Woche auf 30 Cent/Liter gesunken, weil einerseits die günstigsten Angebote an den Zapfsäulen gestiegen und gleichzeitig die teuersten Spritpreise gesunken sind. Ebenfalls gesunken ist die Preisdifferenz zwischen den Kraftstoffsorten Diesel und Super Benzin (E5). Vor sechs Wochen lagen die Benzinpreise noch 23,5 Cent/Liter über den Dieselpreisen. Aktuell kostet Benzin im Mittel 21,5 Cent/Liter mehr als Diesel.

Neben den im Tagesverlauf variierenden Spritpreisen kommt es weiterhin zu erhebliche Preisunterschiede zwischen Tankstellen, die sich in einem Umkreis von maximal 10 Kilometern Entfernung voneinander befinden. Daher sollte man nicht nur darauf achten wann man tanken fährt sondern auch welche Tankstelle man ansteuert. Wer zurzeit eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegen möchte, der sollte zudem unbedingt prüfen wie viel günstiger Tankstellen sind, die nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt liegen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.


Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,123 €uro je Liter
- Super: 1,338 €uro je Liter
- E10: 1,317 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,019 €/l zu 1,319 €/l (+ 30 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,529 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,509 €/l (+ 30 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise sind in dieser Woche spürbar gestiegen. So verteuerten sich die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI innerhalb von einer Woche jeweils um rund zwei Dollar je Barrel. Die Nordsee-Ölsorte BRENT notierte daher am heutigen Freitagmorgen mit 51,4 Dollar/Barrel zum ersten Mal seit fast zwei Monaten wieder klar über der 50-Dollar-Marke. Auch die US-Ölsorte WTI wurde am Morgen mit 48,9 Dollar/Barrel auf einem Acht-Wochen-Hoch gehandelt.

Zum Start der Woche hatte die Ankündigung des saudischen Energieministers, dass Saudi-Arabien seine Ölexporte im August auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag begrenzen werde, den Ölpreisen Auftrieb gegeben. Zur Wochenmitte brachten dann auch noch die erneut kräftig gesunkenen US-Öllagerbestände weitere Unterstützung und auch der schwache Dollarkurs sorgte für einen Anstieg der Ölpreise, weil das weltweit in US-Dollar gehandelte Rohöl außerhalb des Dollarraums günstiger wird, wenn der Dollar fällt. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage und somit zu steigenden Ölpreisen.

Insgesamt fiel die Nachrichtenlage in dieser Woche somit zwar eindeutig preistreibend aus, dennoch hielt sich der Anstieg der Ölpreise in Grenzen. Händler reagierten ungewohnt zurückhaltend, denn trotz der bullischen Impulse ist am weiterhin überversorgten Weltölmarkt noch keine klare Trendwende in Sicht. Zwar verzeichneten die US-Öllagerbestände einen überraschend deutlichen Abbau in Höhe von 10 Mio. Barrel und sind damit in den zurückliegenden vier Wochen bereits um insgesamt 39,3 Mio. Barrel gefallen, dennoch ist noch nicht klar wie dieser Abbau zu bewerten ist.

Denn der Rückgang ist vor allem auf sinkende US-Ölimporte und nicht auf einen Nachfrage- oder Angebotsrückgang zurückzuführen und in den USA stehen Schieferölproduzenten in den Startlöchern, um bei weiter steigenden Ölpreisen, ihre Ölförderung auszuweiten. Dies würde das Angebot wieder erhöhen und die Ölpreise wieder fallen lassen. Daher erwarten viele Analysten, dass die Ölpreise mittelfristig wieder nachgeben werden, was auch die Zurückhaltung der Händler erklärt.

Zudem wird auch die erneute Förderreduzierung Saudi-Arabiens den Ölmarkt nicht ins Gleichgewicht bringen. So betonte bereits der saudische Energieminister, dass auch das größte Förderland der OPEC, das Angebots-Nachfrage-Verhältnis nicht im Alleingang ins Gleichgewicht bringen kann. Und da viele Ölförderländer, allen voran das Schwergewicht Russland, eine Ausweitung der Förderkürzungen kategorisch ausschließen, gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass der Weltölmarkt noch für eine längere Zeit überversorgt bleiben wird.

Am Devisenmarkt machte der €uro in dieser Woche zunächst einen kräftigen Sprung gegen die Ölwährung Dollar und überflügelte die Marke von 1,17 Dollar/€uro deutlich. Heute Morgen korrigierte der  €uro dann zwar leicht nach unten, wurde mit knapp 1,17 Dollar/€uro jedoch weiterhin auf einem der höchsten Stände seit Anfang 2015 gehandelt. Damit hat der starke €uro weiterhin einen preismindernden Effekt auf die heimischen Spritpreise. Dennoch fallen die Aussichten für das anstehende Wochenende nicht so freundlich aus. So sorgen die gestiegenen Rohölpreise dafür, dass sich Autofahrer auf steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen müssen.

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