Kraftstoffpreise gaben zum Wochenstart wieder nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nach dem Brexit-Votum haben die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen mit einer leichten Verzögerung nachgegeben. Da sich die Preise am Weltölmarkt aber sehr schnell wieder vom ersten Brexit-Schock erholt hatten, legten die Spritpreise am Wochenende schon wieder spürbar zu. Zum Start der aktuellen Woche ist nun jedoch wieder ein Rückgang der Diesel- und Benzinpreise feststellbar. Insgesamt sind die Benzinpreise im Juli bisher leicht günstiger geworden, während die Dieselpreise in Summe leicht gestiegen sind. Daher ist der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER mit aktuell 22,5 Cent/Liter auf den tiefsten Stand März gefallen.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,121 €uro je Liter
- Super: 1,345 €uro je Liter
- E10: 1,327 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,009 €/L zu 1,299 €/L (+ 29 ct/L)
- Super: 1,229 €/L zu 1,529 €/L (+ 30 ct/L)
- E10: 1,209 €/L zu 1,509 €/L (+ 30 ct/L)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Gestern hatte die Nachricht von erneuten Terroranschlägen auf Förderanlagen im ölreichen Nigerdelta zu einem Anstieg der Ölpreise geführt. Am heutigen Dienstag wurden die Ölnotierungen dann jedoch unter Druck gesetzt, weil die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass die Ölfördermenge der OPEC-Staaten in den letzten Monaten gestiegen sein soll. Auch Nigeria konnte demnach seine Ölförderung im Juni erhöhen, weil es gelungen war, zuvor von Rebellengruppen zerstörten Förderanlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus kann nach den Waldbränden in der kanadischen Ölregion Alberta, in den kommenden Wochen wieder mit einer Erhöhung der kanadischen Ölexporte gerechnet werden.

Das Brexit-Votum der Britten spielt am Ölmarkt aktuell keine große Rolle mehr. Es muss zwar damit gerechnet werden, dass die zurzeit herrschende Unsicherheit beim Thema Brexit weiterhin zu Unruhe und Kursschwankungen an den Finanzmärkten und dann auch am Ölmarkt führen kann, zurzeit spiegelt sich diese Unsicherheit aber nicht in den Rohölpreisen wieder. So hat sich der Markt in den letzten Tagen mehr den Fundamentaldaten zugewandt. Da diese zuletzt eher preisdrückend ausgefallen waren, gaben die Rohölleitsorten BRENT und WTI dementsprechend nach. Die Nordsee-Ölsorte BRENT fiel auf den heutigen Dienstag um 1,2 $/b und wurde am Morgen bei 49,6 Dollar/Barrel gehandelt, nachdem sie gestern zunächst über die 50-Dollar-Marke geklettert war. Auch die US-Ölsorte WTI gab auf den heutigen Dienstag um 1,1 $/b nach und notierte somit am Morgen bei 48,2 Dollar/Barrel.

Saudi-Arabiens neuer Energieminister, Khalid al-Falih, hatte zuletzt eine Prognose für die weitere Entwicklung der Ölpreise abgegeben. Aus seiner Sicht ist die Zeit der globalen Ölschwemme bald beendet. Dennoch erwartet er keine weitere schnelle Erholung der Rohölpreise. Erst zum Ende des aktuellen Jahres oder im Laufe des kommenden Jahres ist seiner Meinung nach mit einem deutlichen Anstieg des Ölpreises zu rechnen, wenn bis dahin die weltweit sehr gut gefüllten Rohöllager abgebaut wären. Fraglich ist allerdings ob der Ölpreis deutlich über 60 Dollar/Barrel steigen wird, denn dann würde das Fracking der US-Ölindustrie wieder profitabel und der Kampf um Marktanteile könnte von neuem beginnen.

Zum Start der Woche sind die Vorgaben für die Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise im weiteren Wochenverlauf eher verbraucherfreundlich ausgefallen. Autofahrer können sich daher in den kommenden Tagen wohl über leicht fallende Kraftstoffpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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