Kraftstoffpreise gaben weiter nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Im Wochenverlauf haben die Kraftstoffpreise an den heimischen Tankstellen weiter nachgegeben. Bei den Dieselpreisen rückt die 90-Cent-Marke immer näher und wenn die es keine spürbaren Veränderungen am Ölmarkt geben sollte, könnte diese Marke als Weihnachtsgeschenk für alle Dieselfahrer in den kommenden Tagen unterboten werden. Am gestrigen Donnerstag konnte Diesel in den Abendstunden an den 60 günstigsten Tankstellen bereits für 90,9 Cent/Liter getankt werden. Auch die Benzinpreise gaben zuletzt weiter nach, so dass SUPER (E5) gestern an 250 Tankstellen für 1,18 €/Liter getankt werden konnte.

Von den zurzeit extrem niedrigen Preisen an den Zapfsäule profitieren jedoch nicht alle Verbraucher gleichermaßen, denn Autofahrer müssen darauf achten welche Tankstelle Sie zu welcher Tageszeit ansteuern um nicht doch noch in die Kostenfalle zu tappen. Denn die günstigen Diesel- und Benzinpreise sind zurzeit zwar in aller Munde, dabei wird jedoch gelegentlich vergessen, dass es erhebliche Preisschwankungen an und zwischen den Tankstellen gibt, so dass innerhalb von wenigen Minuten oder Kilometer Entfernung, Preisdifferenzen von bis zu 20 Cent zu beobachten sind.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,042 €uro je Liter
- Super: 1,298 €uro je Liter
- E10: 1,280 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,909 €/l zu 1,219 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,189 €/l zu 1,479 €/l (+ 29 ct/l)
- E10: 1,169 €/l zu 1,459 €/l (+ 29 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Momentan spricht vieles dafür, dass die Öl-Notierungen längere Zeit niedrig bleiben. Denn die Überversorgung des Weltölmarktes wird weiter anhalten und sich im kommenden Jahr vielleicht sogar ausweiten, wenn der Iran seine Ölexporte, nach dem Ende des westlichen Ölembargos, wieder deutlich erhöhen wird. Gleichzeitig ist von der Nachfrageseite, insbesondere wegen der Wachstumsschwäche Chinas und anderer Schwellenländer, mittelfristig kein größerer Schub zu erwarten, den es bräuchte, um das Überangebot aufzusaugen.

Nachdem es am Mittwoch noch so aussah als ob die Ölpreise zu einer leichten Erholungsphase ansetzen würden, gaben sie in den letzten zwei Tagen wieder spürbar nach. Grund dafür war zum einen der stärkere Dollar, der zu einer schwächeren Öl-Nachfrage im Nicht-Dollar-Raum führte und somit die Ölnotierungen belastete. Vor allem übte jedoch der massive Aufbau der US-Öllager weiter Druck auf die Ölpreise aus. So kletterten die Rohöllager laut dem US-Energieministerium DOE um 4,8 Mio. auf nunmehr 490,7 Mio. Barrel. Gleichzeitig war auch ein Aufbau bei den Ölprodukten um insgesamt 4,3 Mio. Barrel feststellbar, so dass in Summe ein massiver Anstieg der US-Öllager um 9,1 Mio. Barrel zu verzeichnen war. Als Reaktion auf den Anstieg der US-Öllager gab besonders die US-Rohölsorte WTI in den letzten zwei Tage um deutliche 2,1 $/b auf nunmehr 34,9 Dollar/Barrel nach. Die europäische Leitsorte BRENT ging zwar nur um 0,9 Dollar/Barrel, markierte mit 37,2 $/b am Freitagmorgen jedoch wieder einen der tiefsten Stände des vergangenen Jahrzehnts.

An den Finanz- und Aktionmärkten stand in dieser Woche FED-Chefin Janet Yellen im Fokus. Und wie erwartet verkündete Sie am Mittwochabend die bereits lange angekündigte Zinswende in den USA. Damit hat die FED erstmals seit neun Jahren wieder die Leitzinsen auf 0,25 bis 0,5 Prozent erhöht. Diese behutsame Zinsanhebung ist jedoch Geldpolitik mit Augenmaß, denn die US-Notenbank ist sich über die globalen Auswirkungen ihrer Entscheidungen bewusst und wollte die Finanzmärkte nicht überfordern. Allerdings kündigte Yellen auch sofort an, dass es im kommenden Jahr weitere graduelle Zinsanhebungen geben wird. An den Aktienmärkten sorgte diese Nachricht für Freude und viele Anleger hoffen nun doch noch auf eine Jahresendrally. Der €uro gab hingegen erwartungsgemäß gegen den Dollar nach, mit unter einem Prozent hielt sich der Rückgang jedoch in Grenzen.

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