Kraftstoffpreise gaben weiter nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Trotz des hohen Reiseverkehrs sind die Kraftstoffpreise am Wochenende nur leicht gestiegen und haben ihren Abwärtstrend zum Wochenbeginn wieder aufgenommen. So lagen die Diesel- und Benzinpreise am gestrigen Montag sogar unter dem Stand von vor dem Wochenende. Besonders die Dieselpreise sind an den deutschen Tankstellen zwischen Donnerstag und Montag um rund 0,7 Cent/Liter gefallen. Aber auch die Benzinpreise gingen im selben Zeitraum um gut 0,3 Cent/Liter zurück.

Die im Tagesverlauf günstigsten Angebote an den heimischen Tankstellen sind in den vergangenen Tagen weiter gesunken während die im Tagesverlauf höchsten Spritpreise an den teuersten Tankstellen konstant geblieben sind. So konnte Diesel gestern zum ersten Mal seit Mitte April an rund 80 Tankstellen wieder für 93,9 Cent/Liter getankt werden. Auch SUPER (E5) sank in den Abendstunden an einigen Tankstellen auf 1,17 €uro/Liter. Insgesamt ist der Unterschied zwischen den im Tageverlauf teuersten und günstigsten Spritpreise in der zurückliegenden Woche auf gut 30 Cent/Liter gestiegen, so dass es sich zurzeit wieder besonders lohnt darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,074 €uro je Liter
- Super: 1,295 €uro je Liter
- E10: 1,277 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,939 €/L zu 1,249 €/L (+ 31 ct/L)
- Super: 1,179 €/L zu 1,479 €/L (+ 30 ct/L)
- E10: 1,159 €/L zu 1,459 €/L (+ 30 ct/L)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Talfahrt der Rohölpreise hält zur Freude vieler Autofahrer, nach dem Juli auch im Urlaubs- und Reisemonat August weiter an. Zwar war zum Ende der letzten Woche zwischenzeitlich ein Anstieg der Ölpreise zu verzeichnen, dieser war jedoch nur auf den Rückgang der Ölwährung Dollar zurückzuführen und stellte sich als nicht nachhaltig heraus, als sich der Dollarkurs zum Wochenbeginn wieder stabilisierte. So knüpften die Ölpreise am Montag wieder an ihre vorherige Talfahrt an und die Rohölleitsorten BRENT und WTI gaben spürbar nach. Insgesamt fiel die Nordsee-Ölsorte BRENT auf den heutigen Dienstag um 1,5 $/b und die US-Ölsorte WTI ging um 1,7 Dollar/Barrel zurück. Damit notierte BRENT am Morgen bei 42,3 Dollar/Barrel und WTI wurde bei 40,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Aktuell fallen die Ölpreise hauptsächlich aus zwei Gründen. Von fundamentaler Seite weisen einige Faktoren darauf hin, dass sich die Angebotslage auf dem Weltölmarkt wieder deutlich in Richtung wachsender Überversorgung bewegt. So hat die OPEC ihre Ölförderung im Juli mit 33,4 Mio. Barrel pro Tag auf den höchsten Stand der vergangenen Jahre ausgeweitet. Hier spielt besonders die Rückkehr des Iran, nach dem Ende des westlichen Ölembargos eine entscheidende Rolle. Denn der Iran hat seine Ölproduktion im laufenden Jahr um rund 25 Prozent erhöht und strebt weiterhin an wieder die Nummer Zwei der OPEC zu werden. Als Reaktion auf die erhöhten Ölexporte des Iran, hat das saudische Ölförderunternehmen Saudi Aramco seine Preise für den asiatischen Markt deutlich gesenkt, damit der Wettbewerber und politische Erzfeind Iran keine Marktanteile im asiatischen Markt zurückgewinnen kann. Dieser Schritt zog dann auch die Ölpreise auf dem gesamten Weltölmarkt nach unten.

Neben den Fundamentaldaten spielen am Ölmarkt zudem immer Spekulationen eine gewichtige Rolle. Und hier muss festgestellt werden, dass viele Spekulanten nach dem Zwölf-Jahres-Tief im Februar massiv Wetten auf steigende Ölpreise abgeschlossen haben, nachdem es durch Waldbrände und Terroranschläge zu ungeplanten Produktionsausfällen in Kanda und Nigeria gekommen war. Das hat die Ölpreise viel zu schnell und überzogen nach oben ausbrechen lassen, so dass eine Preiskorrektur am Markt überfällig wurde. Als diese Korrektur einsetzte nahmen Spekulanten ihre Gewinne mit und zogen sich aus dem Ölmarkt zurück. Aktuell wetten Hedgefonds sogar verstärkt auf fallende Ölpreise, was die Preisbewegung nun nach unten verstärkt.

Zum Start der Woche fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise somit verbraucherfreundlich aus und auch die Aussichten für weitere fallende Rohölpreise sind recht gut. Autofahrer können sich daher im weiteren Wochenverlauf wohl über weiter sinkende Kraftstoffpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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