Kraftstoffpreise gaben im Verlauf der Woche nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Im Laufe der aktuellen Woche sind die durchschnittlichen Diesel- und Benzinpreise an den deutschen Tankstellen um 0,5 bzw. 0,3 Cent/Liter gesunken. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen hat sich wieder auf 31 Cent/Liter erhöht, was darauf zurückzuführen ist, dass die teuren Tankmöglichkeiten gestiegen sind, die günstigsten Angebote an den heimischen Zapfsäulen sind im Wochenverlauf hingegen konstant geblieben. Es lohnt sich daher im Urlaubs- und Reisemonat August weiterhin besonders darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

Die Aussichten für die Spritpreise fallen für die kommenden Tage recht neutral aus, weil der zuletzt stark spekulationsgetriebene Anstieg der Ölpreise zwar beendet wurde, aber die erwartete Preiskorrektur nach unten bisher nicht eingesetzt hat. Daher können sich Autofahrer am Wochenende wohl auf stabile Diesel- und Benzinpreise einstellen.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,104 €uro je Liter
- Super: 1,315 €uro je Liter
- E10: 1,297 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,989 €/l zu 1,299 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,209 €/l zu 1,519 €/l (+ 31 ct/l)
- E10: 1,189 €/l zu 1,499 €/l (+ 31 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils günstigste Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In der zurückliegenden Handelswoche sind die Rohölpreise in Summe um gut einen Dollar je Barrel gesunken. Die EU-Ölsorte BRENT notierte somit am heutigen Freitagvormittag mit 49,5 Dollar/Barrel wieder knapp unter der psychologisch und technisch wichtigen 50-Dollar-Marke gehandelt und die US-Ölsorte WTI notierte am Vormittag bei 47,3 Dollar/Barrel. Der Grund für die gesunkenen Ölpreise ist in den überraschend deutlich gestiegenen US-Rohöllagern zu finden. Auf der anderen Seite verhindern anhaltende Spekulationen auf eine mögliche Begrenzung der Ölförderung durch die OPEC in Zusammenarbeit mit Russland einen deutlicheren Rückgang der Ölpreise.

Laut Department of Energy (DOE) verzeichneten die US-Rohöllager in der vergangenen Woche einen Aufbau um 2,5 Mio. Barrel. Die weiterhin gut gefüllten Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) haben sich mit einem Plus von 0,2 Mio. Barrel hingegen kaum verändert. Im Vergleich zu den Vorjahren sind es aber auch nicht die Ölprodukte, die den Großteil des Öllageraufbaus in den USA wiederspiegeln, denn die Bestände der Ölprodukte liegen aktuell nur 22 Mio. Barrel über dem Stand von vor einem Jahr. Die Rohöllager sind hingegen in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 73 Mio. Barrel gestiegen und im Vergleich zu Ende August 2014 ist sogar ein Anstieg in Höhe von 161 Mio. Barrel zu verzeichnen. Die gesamten US-Öllager liegen aktuell knapp 100 Mio. Barrel über dem Vorjahr, was das weltweit anhaltend hohe Angebot an Rohöl verdeutlicht.

Viele Analysten erwarten in den kommenden Wochen eine nachhaltige Preiskorrektur am Ölmarkt. Weiterhin ist eine Einigung innerhalb der OPEC und besonders zwischen den beiden Mitgliedern und politischen Erzrivalen Iran und Saudi-Arabien unwahrscheinlich. Zudem müsste OPEC-Leader Saudi-Arabien bei einer Förderbegrenzung wohl mittelfristig die Niederlage im Kampf um Marktanteile gegen die US-Schieferölförderung eingestehen, die sich immer noch sehr krisenfest zeigt und in den letzten Wochen sogar neue Bohraktivitäten verzeichnete. Darüber hinaus fördern viele OPEC-Länder und auch Russland auf einem Rekordhoch und weiten ihre Ölförderung stetig aus. Selbst wenn es also zu einer Förderbegrenzung kommen sollte, so wird dies auf einem so hohen Niveau passieren, dass der Ölmarkt noch über viele Monate überversorgt bleiben wird.

Obwohl gestern auch noch der saudische Energieministers bekräftigte, dass Saudi-Arabien seiner Linie treu bleiben will und darauf setzt, dass sich der Ölpreis im freien Wettbewerb und ohne Interventionen auf einem auskömmlichen Niveau einpendeln werde, und zudem der €urokurs überraschend stark gegen den Dollar dasteht, fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Kraftstoffpreise aktuell neutral aus. Autofahrer sollten daher am Wochenende nicht mit weiter sinkenden Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen rechnen.

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