Kraftstoffpreise fielen am Wochenende auf Langzeittief

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am Wochenende haben die Kraftstoffpreise an den heimischen Tankstellen neue Langzeittiefs erreicht. So gaben die Benzinpreise am Wochenende um weitere gut 0,7 Cent/Liter nach und standen somit am Sonntag auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Datenerhebung durch die Markttransparenzstelle. Die Dieselpreise fielen sogar um weitere 1,2 Cent/Liter und durchbrachen somit sogar im Tagesdurchschnitt aller Tankstellen die Marke von einem €uro pro Liter.

An den günstigsten Tankstellen konnte Diesel am Sonntagabend sogar für 86,9 Cent/Liter getankt werden. Da die Dieselpreise in den letzten Tagen stärker zurückgegangen sind als die Benzinpreise, hat sich der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER weiter erhöht und liegt aktuell bei gut 26 Cent/Liter. Der Unterschied zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Spritpreisen liegt seit Jahresbeginn recht konstant bei 30 Cent/Liter.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Sonntag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 0,992 €uro je Liter
- Super: 1,254 €uro je Liter
- E10: 1,237 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Sonntag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,869 €/l zu 1,169 €/l (+ 30 ct/l)
- Super: 1,149 €/l zu 1,449 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,129 €/l zu 1,429 €/l (+ 30 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Am Ölmarkt gibt es zurzeit nur ein Thema, welches für einen weiterhin ungebremsten Preisverfall der Ölnotierungen sorgt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag bescheinigt, dass der Iran alle Verpflichtungen des Atomabkommens erfüllt habe. Daraufhin hoben die USA und die Europäische Union ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran auf, was dazu führt, dass der Iran seine Ölexporte nun wieder deutlich erhöhen kann und dies auch so schnell wie möglich machen möchte.

Im Vorfeld hatte der Iran bereits angekündigt seine Ölexporte auf ca. 0,5 Mio. Barrel pro Tag erhöhen zu wollen um so schnell wie möglich wieder zur Nummer Zwei innerhalb der OPEC aufsteigen zu können. Die aktuelle Überversorgung des Weltölmarktes, die der Hauptgrund für den Ölpreisverfall ist, wird sich somit in den kommenden Wochen noch ausweiten und die bereits auf einem 13-Jahrestief befindlichen Ölpreise weiter unter Druck setzen.

Dies zeigte sich auch am heutigen Montagmorgen als die Rohölpreise vom Start weg rasant nachgaben und auf die tiefsten Stände seit Ende 2013 einbrachen. Nach der Reaktion auf das Ende des westlichen Ölembargos gegen den Iran erholten sich die Ölpreise ein wenig, so dass die US-Sorte WTI nach einem zwischenzeitlichen Tiefststand von 28,4 $/b heute Morgen bei 28,8 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Die europäische Leitsorte BRENT markierte zwischenzeitlich ein Tief von 27,7 $/b, kletterte dann jedoch wieder auf 28,2 Dollar/Barrel am Montagmorgen.

Für die deutschen Autofahrer ist die aktuelle Lage am Ölmarkt eine wahre Freude. Dennoch sollte auch bedacht werden, dass die Situation in einigen stark vom Ölverkauf abhängigen Förderländern zunehmend gefährlich wird. Sollten die Ölpreise auf ihrem aktuellen Stand verharren, wird z.B. das russische BIP in den kommenden Jahren weiter spürbar zurückgehen. Die meisten ärmeren OPEC-Länder stehen vor ähnlichen Problemen und selbst die taktangebenden Förderländer um OPEC-Leader Saudi-Arabien geraten finanziell zunehmend unter Druck, wenn die Ölpreise auf lange Sicht auf ihrem derzeitigen Niveau verharren.

Allerdings hat Saudi-Arabien zurzeit noch ausreichend finanzielle Reserven um mit dem niedrigen Ölpreis auch politische Ziele verfolgen zu können. Mit einem Umschwung der Ölförderstrategie der Saudis ist somit nicht zurechnen und somit auch nicht mit einem Ende des Ölpreisverfalls. Da sich zudem der €uro-Dollar-Wechselkurs weiterhin sehr stabil zeigt, können die nachgebenden Ölpreisen komplett auf die Kraftstoffpreise durchschlagen. Daher können sich Autofahrer zum Wochenstart wohl auf weiter fallender Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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