Kraftstoffpreise beschleunigen Preisrückgang

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Im Wochenverlauf hat sich der Rückgang der Kraftstoffpreise an den heimischen Tankstellen weiter beschleunigt. Mit einem Rückgang von 2,1 Cent/Liter zwischen Montag und Donnerstag haben nun auch die Nachlässe bei den Benzinpreisen an Fahrt aufgenommen. Die Dieselpreise haben im gleichen Zeitraum um gut 1,7 Cent/Liter nachgegeben. Bei den Dieselpreisen liegt nun auch der Durchschnittspreis mit 1,004 €uro/Liter nur noch knapp über einem €uro. Was die im Tagesverlauf niedrigsten Preise an den günstigsten Tankstellen anbelangt, hat Diesel nun sogar die 90-Cent-Marke unterboten und wurde gestern an über 60 Tankstellen für 88,9 Cent/Liter verkauft. Auch die Benzinpreise wurde mit 1,14 €uro/Liter an über 60 Tankstellen zu den niedrigsten Preisen seit Beginn der Datenerhebung angeboten.

Wenn Autofahrer von den zurzeit extrem niedrigen Preisen an den Zapfsäule profitieren möchten, müssen sie jedoch darauf achten wann sie welche Tankstelle ansteuern. Denn der Preisunterschied zwischen den Tankstellen kann im Extremfall innerhalb von wenigen Minuten oder Kilometern Entfernung bis zu 20 Cent/Liter betragen.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,004 €uro je Liter
- Super: 1,262 €uro je Liter
- E10: 1,244 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,889 €/l zu 1,189 €/l (+ 30 ct/l)
- Super: 1,149 €/l zu 1,449 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,129 €/l zu 1,429 €/l (+ 30 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Im Verlauf der Handelswoche unterlagen die Ölpreise starken Schwankungen. So fielen die US-Sorte WTI und auch die Nordsee-Sorte BRENT zwischenzeitlich auf unter 30 Dollar/Barrel, erholten sich dann aber wieder. In Summe haben sich die Ölnotierungen im Vergleich zum vergangenen Dienstag somit kaum verändert. Genau wie am Dienstagmorgen stehen die beiden Rohöl-Leitsorten am Freitagmorgen nahezu unverändert bei gut 30,4 Dollar/Barrel. Heute Morgen ist jedoch eine leichte Abwärtstendenz zu erkennen, welcher auch den in dieser Woche insgesamt eher bärischen Marktdaten entspricht. So meldete das DOE in dieser Woche erneut einen enormen Anstieg der US-Öllager. Zwar stiegen die Rohöllager lediglich um 0,3 Mio. Barrel, dafür legten jedoch die Bestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Summe um 14,5 Mio. Barrel zu.

Neben den US-Öllagerdaten sorgt aktuell die Erwartung, dass das Ölembargo gegen den Iran schon bald aufgehoben werden könnte für weiteren Druck auf die Ölpreise. Es mehren sich die Stimmen hochrangiger Politiker, dass der rund 13 Jahre andauernde Atomkonflikt zwischen dem Westen und Iran in den kommenden Tagen wohl ein Ende finden wird. Trotz der Überversorgung des Weltölmarktes, ist es das Ziel des Iran seine Exporte sofort massiv zu steigern um so schnell wie möglich wieder zum zweitgrößten Ölexporteur innerhalb der OPEC aufzusteigen. Daher gehen die meisten Analysten davon aus, dass die Überversorgung des Weltölmarktes in den kommenden Wochen weiter zunehmen wird.

Leicht gestützt wurden die Ölpreise durch zuletzt leicht ermutigende Wirtschaftsdaten aus China. So fielen die jüngsten Exportzahlen Chinas besser aus als erwartet wurde. Allerdings beziehen sich diese Exportzahlen auf einen Zeitraum indem die chinesische Notenbank die eigene Währung immer weiter abgewertet hatte. Zuletzt hatte Peking aber für eine Aufwertung des Yuan gesorgt, was aktuell wieder zu einem Rückgang der chinesischen Exporte führen kann. Viele Experten rechnen daher nicht mit einer Trendwende bei der chinesischen Wirtschaftsentwicklung. Was den Ölmarkt betrifft kann daher weiter von einer schwächelnden Nachfrage ausgegangen werden.

Momentan spricht vieles dafür, dass die Öl-Notierungen längere Zeit niedrig bleiben werden, da sich zudem der €uro-Dollar-Wechselkurs seit Jahresbeginn insgesamt recht stabil zeigt, können sich Autofahrer noch längere Zeit über niedrige Kraftstoffpreise freuen. Der Ausblick auf dieses Wochenende lässt sogar noch weiter fallende Preise an den heimischen Zapfsäulen erwarten.

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