Kraftstoffpreise auf 6-Monatshoch gestiegen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen sind in der vergangenen Woche erneut kräftig gestiegen und markierten am gestrigen Donnerstag sogar ein neues Halbjahreshoch. Nachdem die Diesel- und Benzinpreise Anfang Mai zunächst wieder nachgegeben hatten, sind sie in der zurückliegenden Woche um rund drei Cent je Liter gestiegen. Seit Anfang März sind die Durchschnittspreise für Diesel insgesamt um deutliche 9,5 Cent/Liter gestiegen und gemittelten Benzinpreise haben sogar um massive 11,5 Cent/Liter zugelegt.

Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER pendelt seit Anfang Mai recht stabil zwischen 23,5 und 24 Cent/Liter und lag dementsprechend auch am Donnerstag bei 23,6 Cent/Liter. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen ist gestern zum ersten Mal in diesem Jahr unter 30 Cent/Liter gefallen. Dies ist darauf zurückzuführen, weil die Spritpreise an den günstigsten Tankstellen zu den besten Tankzeitpunkten deutlich angestiegen sind und gleichzeitig die im Tagesverlauf höchsten Spritpreise an den teuersten Tankstellen konstant geblieben sind.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,103 €uro je Liter
- Super: 1,339 €uro je Liter
- E10: 1,321 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,999 €/l zu 1,289 €/l (+ 29 ct/l)
- Super: 1,239 €/l zu 1,519 €/l (+ 28 ct/l)
- E10: 1,219 €/l zu 1,499 €/l (+ 28 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Das Department of Energy (DOE) meldete in dieser Woche gemischt ausgefallene Daten von den US-Öllagern. Zwar legten die Rohöllager in den USA überraschenderweise um 1,3 Mio. Barrel zu, dafür bauten die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) jedoch um insgesamt 5,6 Mio. Barrel ab. In Summe gingen die US-Öllager somit um weitere 4,3 Mio. Barrel auf insgesamt 931,6 Mio. Barrel zurück, was der tiefste Stand seit Ende Februar ist. Zudem berichtete das DOE, dass die Nachfrage nach Ölprodukten in den USA im Durchschnitt der vergangenen vier Wochen um 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau lag. Der Rückgang der US-Öllager und die gestiegene Nachfrage nach Ölprodukten stützten die Ölnotierungen zum Wochenausklang.

Zwischenzeitlich hatten die kräftigen Währungsgewinne des Dollars dafür gesorgt, dass die Rohölpreise am Donnerstag nachgegeben hatten, weil der stärkere Dollar die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums schwächte und somit die Ölnotierungen belastete. Am Freitag kehrten die Rohöl-Leitsorten jedoch jeweils wieder auf den höchsten Stand seit über einem halben Jahr zurück. Neben den bullisch zu wertenden Daten vom US-Ölmarkt sorgen aktuell besonders Produktionsrückgänge in den wichtigen Ölstaaten Kanada und Nigeria für steigende Ölpreise, weil sich durch diese vermutlich ein kurzfristiges Ende des Überangebotes auf dem Weltölmarkt eingestellt hat. Zudem heizte die US-Investmentbank Goldman Sachs, die noch vor einigen Monaten Rohölpreise von 20 Dollar/Barrel prognostiziert hatte, die Stimmung am Ölmarkt weiter an, indem sie in dieser Woche offensiv auf steigende Ölpreise setzte.

Insgesamt legte die europäische Rohölleitsorte BRENT in dieser Woche um rund 1,5 $/b zu und stand somit am Freitagmorgen bei 49,1 Dollar/Barrel. Die US-Rohölsorte WTI kletterte sogar um 2,5 $/b und wurde am Freitagmorgen mit 48,6 Dollar/Barrel auf einem neuen 7-Monats-Hoch gehandelt. Am Devisenmarkt sorgten in dieser Woche Hinweise über eine mögliche Zinsanhebung in den USA dafür, dass der US-Dollar kräftig an Wert zulegen konnte. Insgesamt fiel der €uro-Dollar-Wechselkurs in den vergangenen 17 Tagen um drei Prozent, so dass der €uro am Freitagmorgen nur noch bei rund 1,12 Dollar/€uro stand. Die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt fallen somit eindeutig schlecht aus. Autofahrer müssen sich daher am Wochenende auf weiter steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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