Kraftstoffpreise am Wochenende gestiegen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Trotz der preisdrückenden Vorgaben vom Rohölmarkt sind die Diesel- und Benzinpreise am vergangenen Wochenende gestiegen. Dies war aufgrund des höheren Reiseaufkommens zwar zu erwarten, einen anderweitigen Grund gab es für die Preiserhöhungen jedoch nicht. Die gute Nachricht ist, dass die Kraftstoffpreise zum Wochenstart zumindest wieder nachgegeben haben. Dabei konnten die Benzinpreise am gestrigen Montag bereits wieder den Stand vor dem Wochenende um rund 0,2 Cent/Liter unterbieten. Die Dieselpreise lagen im Durchschnitt hingegen knapp 0,3 Cent/Liter über den Preisen von vor dem Wochenende.

Trotz der im Mittel gestiegenen Dieselpreise sind die im Tagesverlauf günstigsten Angebote weiter gesunken, so dass Diesel gestern an rund 100 deutschen Tankstellen für 96,9 Cent/Liter getankt werden konnte. Auch SUPER (E5) konnte in den Abendstunden an den knapp 100 günstigsten Tankstellen für 1,19 €uro/Liter nachgefüllt werden. Insgesamt hält sich der Unterschied zwischen den im Tageverlauf teuersten und günstigsten Spritpreise in der zurückliegenden Woche mit rund 29 Cent/Liter recht stabil.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,095 €uro je Liter
- Super: 1,309 €uro je Liter
- E10: 1,291 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,969 €/L zu 1,259 €/L (+ 29 ct/L)
- Super: 1,199 €/L zu 1,489 €/L (+ 29 ct/L)
- E10: 1,179 €/L zu 1,469 €/L (+ 29 ct/L)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Dies ist ungewöhnlich und sorgt auch dafür, dass am Ölmarkt zurzeit von einem Überangebot bei den weiterverarbeiteten Ölprodukten (Heizöl, Diesel und Benzin) gesprochen wird. Die Nachfrage nach weiteren Ölprodukten ist dementsprechend gering, so dass die Raffinerien bald weniger Rohöl verarbeiten werden, was dann wieder zu steigenden Rohöllagern und sinkenden Ölpreisen führen könnte.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Talfahrt der Rohölpreise im Urlaubs- und Reisemonat Juli hält zur Freude vieler Autofahrer weiter an. Insgesamt sind die Rohölleitsorten BRENT und WTI in den vergangenen drei Wochen um rund 12% gefallen und ein Ende des Downtrends ist aktuell noch nicht in Sicht. Zwar haben sich die Ölpreise am heutigen Dienstagmorgen etwas stabilisiert und es kann zur Wochenmitte auch mit einer leichten Erholung der Ölpreise, aufgrund von vermutlich weiter fallenden Öllagern, gerechnet werden. Dennoch spricht zurzeit einiges dafür, dass die Ölnotierungen weiter unter Druck bleiben werden. So scheint sich die zuletzt rückläufige Angebotslage auf am Weltölmarkt wieder spürbar zu erhöhen. Neben der Normalisierung der Ölexporte in Kanada und der weiterhin hohen Fördermenge der OPEC-Staaten, scheint auch die Ölförderung in den USA wieder anzuziehen. Zumindest steigen seit einigen Wochen wieder die US-Ölbohraktivitäten.

Neben dem hohen Angebot auf dem Weltölmarkt sind außerdem die globalen Öllager extrem gut gefüllt. So haben viele Nationen die Ölschwemme der vergangenen Monate dafür genutzt um ihre Öllager massiv aufzustocken. Alleine in den USA sind die Öllager in den letzten 20 Monaten um über 200 Mio. Barrel bzw. rund 30 Prozent gestiegen. Aktuell hat sich das Überangebot von den Rohöllagern auf die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) verschoben. Dies ist besonders ungewöhnlich weil auch in den USA zurzeit die in der Regel, nachfragestarke Sommerfahrsaison herrscht. Aus diesem Grund wurde die Benzinproduktion in den Raffinerien zuletzt hochgefahren. Da nun jedoch ein Überangebot für Benzin und Diesel vorliegt, werden die Raffinerien ihre Kapazitätsauslastung verringern, um ihre Gewinnmargen zu halten. Deshalb kann davon ausgegangen werde, dass die Nachfrage nach Rohöl und somit auch die Ölpreise zurückgehen werden.

Auf den heutigen Dienstagmorgen sank die Nordsee-Ölsorte um weitere 0,7 $/b und die US-Ölsorte WTI ging um weitere 0,9 Dollar/Barrel zurück. Damit notierte BRENT am Dienstagmorgen bei 44,9 Dollar/Barrel und WTI wurde bei 43,2 Dollar/Barrel gehandelt. Am Devisenmarkt hält sich der €uro-Dollar-Wechselkurs seit einiger Zeit recht stabil bei rund 1,10 Dollar/€uro. Zum Start der Woche fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise somit verbraucherfreundlich aus. Autofahrer können sich daher im weiteren Wochenverlauf über weiter fallende Kraftstoffpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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