Kein übermäßiger Benzinpreis-Anstieg über Ostern erwartet

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Osterfeiertage stehen vor der Tür und somit auch die alljährliche Frage ob die Diesel- und Benzinpreise über die Feiertage übermäßig anziehen werden. Laut Untersuchungen des Bundeskartellamts konnte in den Jahren 2015 und 2016 keine wesentliche Anhebung der Preisniveaus für die Oster- oder die Pfingstzeit festgestellt werden.

Auch in diesem Jahr deutet bisher nichts auf einen übermäßigen Anstieg hin, was jedoch nicht heißen soll, dass die Spritpreise über Ostern nicht steigen werden. Leider lassen die Vorgaben vom Rohölmarkt in den kommenden Tagen Preisanstiege erwarten, denn dort sind die Ölpreise seit Monatsbeginn um rund sechs Prozent gestiegen. Die aufgrund des Reiseverkehrs anziehende Nachfrage an den Tankstellen wird darüber hinaus wohl ebenfalls die Spritpreise stützen.

Im bisherigen Wochenverlauf sind die Diesel- und Benzinpreise bereits um 0,7 bzw. 0,5 Cent/Liter gestiegen. Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen liegt weiterhin bei bis zu 40 Cent/Liter.  Neben den Preisunterschieden, die sich im Tagesverlauf ergeben, kann weiterhin festgestellt werden, dass die Spritpreise an vielen Orten in einem Umkreis von 10 Kilometern auch zur gleichen Uhrzeit um bis zu 15 Cent/Liter voneinander abweichen. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte darauf achten, wann er welche Tankstelle ansteuert.

Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Mittwoch je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,191 €uro je Liter
- Super: 1,408 €uro je Liter
- E10: 1,387 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Mittwoch wie folgt dar *:

- Diesel: 1,059 €/l zu 1,419 €/l (+ 36 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,629 €/l (+ 40 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,609 €/l (+ 40 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Im Vergleich zu den kräftigen Anstiegen der Vorwochen sind die Ölpreise im Verlauf der zurückliegenden Woche nur moderat gestiegen. Besonders der gestrige Rückgang der Ölpreise hat dazu geführt, dass die Notierungen der Nordsee-Ölsorte BRENT seit Monatag nur um 0,5 $/b zugelegt haben und am Donnerstagmorgen bei 55,9 Dollar/Barrel standen. Das amerikanische Leichtöl WTI gab um 0,6 $/b nach und wurde am Morgen bei 53,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Das anhaltend hohe Angebot an Rohöl bleibt das übergeordnete Thema am Ölmarkt. Im Fokus der Börsenhändler stehen dabei die sich weiterhin gut entwickelnde US-Schieferölförderung, die globalen Öllagerbestände und die Absichten der OPEC, die zunächst bis Juli geltenden Förderobergrenzen in das zweite Halbjahr hinein zu verlängern.

Was die Entwicklung der US-Schieferölindustrie anbelangt, kann festgehalten werden, dass sich diese weiter fortsetzt. So hatte sich die Anzahl der aktiven US-Ölbohrlöcher in der vergangenen Woche um weitere 10 auf nunmehr 672 Anlagen erhöht und die US-Ölproduktion war um weitere 0,4 Prozent auf aktuell gut 9,2 Mio. Barrel/Tag und somit auf den höchsten Wert seit über einem Jahr gestiegen ist.

Die US-Öllager befindet sich laut dem offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums weiterhin auf einem hohen Niveau, haben jedoch in der vergangenen Woche um 7,3 Mio. auf derzeit knapp 920 Mio. Barrel nachgegeben. Dabei war bei den Rohöllagern ein Rückgang von 2,1 Mio. Barrel feststellbar und die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) gingen um 5,2 Mio. Barrel zurück.

Im Hinblick auf eine Verlängerung der OPEC-Förderkürzung, haben sich zuletzt immer mehr beteiligte Mitgliedsstaaten für eine Verlängerung ausgesprochen. Allerdings kamen von Seiten des größten OPEC-Mitgliedes Saudi-Arabien eher kritische Aussagen und aus Russland, dem größten Nicht-OPEC-Ölförderland, das sich an der Förderkürzung beteiligt hat, war zuletzt zu hören, dass es noch zu früh sei um über eine Verlängerung der Vereinbarung zu sprechen. Es muss damit gerechnet werden, dass sich das Ölkartell bis zur nächsten regulären Tagung Ende Mai nicht in die Karten schauen lassen und sich alle Optionen offen halten wird.

Kurz vor den Osterfeiertagen fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise insgesamt wenig verbraucherfreundlich aus. Unabhängig vom Osterreiseverkehr müssen sich Autofahrer daher in den kommenden Tagen auf leicht steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

Zurück