Hohe Transparenz auf dem Kraftstoffmarkt lässt Preise fallen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Talfahrt der Kraftstoffpreise hält weiterhin an. Besonders die Dieselpreise befinden sich zurzeit im freien Fall und markieren immer neue Rekordtiefs. Der zum Wochenstart noch vereinzelt aufgetretene Tiefststand von 97,9 Cent/Liter je Diesel war am Donnerstag bereits bei weit über 200 Tankstellen feststellbar. An 45 Tankstellen fielen die Dieselpreise gestern sogar auf 95,9 Cent/Liter und an gut 20 Tankstellen konnte auch Benzin (E5) für 1,18 €/Liter getankt werden.

Durch die bereits im gesamten Jahr bestehende Überversorgung des Weltölmarktes wurden die deutschen Autofahrer im Jahr 2015 deutlich entlastet. Laut dem Mineralölwirtschaftsverband (MWV) fiel die Tankrechnung Deutschlands für 2015 um rund 10,5 Milliarden €uro niedriger aus als ein Jahr zuvor. Die Ersparnis soll rund 2,9 Milliarden €uro bei Benzin und rund 7,6 Milliarden €uro bei Diesel betragen. Gemäß den Daten des MWV entfällt beim Diesel jeweils etwa die Hälfte auf den privaten und auf den gewerblichen Verkehr (Dienstwagen, Transporte, Landwirtschaft, Reisebusse und Busse im öffentlichen Nahverkehr). Zudem stellte der MWV fest, dass der heimische Kraftstoffmarkt funktioniere, weil die Tankstellen die niedrigen Ölpreise eins zu eins an die Verbraucher weitergegeben haben. Hervorgehoben wurde hierbei auch die hohe Transparenz auf dem deutschen Kraftstoffmarkt, die zu intensivem Wettbewerb führt und somit einen spürbaren Nutzen für jeden Autofahrer hat.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,083 €uro je Liter
- Super: 1,304 €uro je Liter
- E10: 1,286 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,959 €/l zu 1,259 €/l (+ 30 ct/l)
- Super: 1,189 €/l zu 1,489 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,169 €/l zu 1,469 €/l (+ 30 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In den vergangenen zwei Handelstagen unterlagen die Rohölpreise starken Schwankungen. Zunächst kletterten die Ölpreise am Mittwoch, nachdem das US-Energieministerium DOE einen überraschenden Rückgang der US-Rohöllager bekannt gegeben hatte. Allerdings gaben die Ölnotierungen am gleichen Tag im späten Handel wieder deutlich nach. Am Donnerstag erholten sich die Ölpreise dann zunächst wieder leicht, um im weiteren Handelsverlauf erneut spürbar nachzugeben. In Summe ging europäische Leitsorte BRENT daher in den letzten Tagen um insgesamt 1,2 $/b zurück und wurde mit 39,6 Dollar/Barrel am Freitagvormittag deutlich unter der 40-Dollar-Marke gehandelt.

Laut DOE waren die US- Rohöllager in der vergangenen Woche zwar um 3,5 Mio. Barrel gesunkenen, allerdings legten die Ölprodukte-Lagerbestände für Benzin, Diesel und Heizöl im gleichen Zeitraum um 5,8 Mio. Barrel zu. Daher sind die US-Öllager in Summe um 2,3 Mio. Barrel angewachsen und befinden sich mit insgesamt 853 Mio. Barrel bzw. 135,6 Milliarden Liter weiterhin auf einem der höchsten Stände der vergangenen 80 Jahre. Aufgrund dieser preisdrückenden Nachricht schlug der Versuch der Händler die Rohölpreise auf Erholungskurs zu schicken am Mittwoch fehl.

Der gestrige Versuch wurde durch den aktuellen Monatsbericht der OPEC untergraben. Denn auch hier brachten die Zahlen wieder bärische Impulse, weil die OPEC mitteilte, dass ihre Fördermenge im November mit durchschnittlich knapp 32 Mio. Barrel pro Tag auf den höchsten Stand seit April 2012 gestiegen ist. Dennoch sind die Rohölpreise derzeit auf einem so extrem niedrigen Preislevel, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es in den kommenden Tagen zu einer preislichen Gegenbewegung kommen wird. Es fehlt zurzeit nur eine preistreibende Meldung auf die Spekulanten aufspringen können, den Rest wird dann die Charttechnik übernehmen.

Am Devisenmarkt verlor der zuletzt massiv gestiegene €uro gestern etwas an Wert gegen den Dollar. Hinweise darauf, wie sich der €uro-Dollar-Wechselkurs weiter entwickeln könnte, wird es in der kommenden Woche geben, wenn sich die US-Notenbank FED wohl über die Zinswende in den USA äußern wird. Für das anstehende Wochenende fallen die Vorgaben für die Kraftstoffpreise erneut gut aus, so dass sich Autofahrer wohl über neue Niedrigstände an den heimischen Zapfsäulen freuen können.

Zurück