Günstigste Benzinpreise unter 1,10 €/Liter gefallen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am Wochenende und zum Start der neuen Wochen haben sich die Tendenzen der letzten Woche fortgesetzt. Die Benzinpreise sind weiter gefallen, während die Dieselpreise erneut gestiegen sind. So kletterten die durchschnittlochen Dieselpreise am vergangenen Sonntag zum ersten Mal seit fünf Wochen wieder über die Marke von einem €uro pro Liter, fielen dann zum gestrigen Wochenstart aber wieder unter diese Marke.

Dennoch legten die Dieselpreise im Verlauf der letzten Woche insgesamt um gut 0,4 Cent/Liter zu, die Benzinpreise gaben hingegen um weitere knapp 1,1 Cent/Liter nach. Der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER wird seit gut einem Monat immer kleiner. Während die Differenz Ende Januar noch bei 28 Cent/Liter lag, ist sie aktuell auf 21,5 Cent/Liter zurückgegangen.

Da zudem der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen an den heimischen Zapfsäulen auf aktuell 34 Cent/Liter geklettert ist, lohnt es sich zurzeit besonders darauf zu achten wann und wo man tankt. So profitieren von den niedrigen Kraftstoffpreisen zumeist nur solche Autofahrer, die darauf achten welche Tankstelle Sie zu welcher Tageszeit ansteuern. Denn die günstigen Diesel- und Benzinpreise sind zurzeit zwar in aller Munde, dabei wird jedoch gelegentlich vergessen, dass es erhebliche Preisschwankungen zwischen den Tankstellen und im Tagesverlauf gibt, so dass innerhalb von wenigen Minuten oder Kilometer Entfernung, Preisdifferenzen von über 10 Cent/Liter zu beobachten sind.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 0,998 €uro je Liter
- Super: 1,213 €uro je Liter
- E10: 1,196 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,889 €/l zu 1,229 €/l (+ 34 ct/l)
- Super: 1,099 €/l zu 1,439 €/l (+ 34 ct/l)
- E10: 1,079 €/l zu 1,419 €/l (+ 34 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

In der zurückliegenden Woche hat der Zickzack-Kurs der Rohölpreise weiter angehalten. Obwohl die Ölnotierungen von Tag zu Tag die Richtung wechseln, kann man im Februar insgesamt jedoch von einer Stabilisierung der Ölpreise auf niedrigem Niveau sprechen. Die meisten Börsenhändler sind weiterhin skeptisch, dass die von Russland initiierten Bemühungen für eine Begrenzung der weltweiten Ölfördermengen Früchte tragen werden, weil die Interessen der an einem solchen Deal beteiligten Parteien zurzeit zu weit auseinander liegen. Zwar vereint alle Förderländer der Wunsch nach höheren Ölpreisen, da mit dem schwarzen Gold aber auch Politik gemacht wird, bleibt eine gemeinsame Fördermengenkürzung der wichtigen Ölexportländer zurzeit sehr unwahrscheinlich.

Dennoch bemüht sich das besonders stark unter dem Ölpreisverfall leidende OPEC-Mitglied Venezuela mit neuen Vorschläge den Kampf gegen den Ölpreisverfall aufzunehmen. Allerdings setzt sich der venezolanische Präsident Nicolas Maduro schon seit langem erfolglos für eine Förderkürzung ein. Der Einfluss Venezuelas innerhalb der OPEC ist wohl zu gering um für einen Strategiewechsel sorgen zu können, obwohl Venezuela mit geschätzten 300 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven aller Ölförderländer verfügt. Die zurzeit taktangebenden OPEC-Länder wollen ihre Fördermengen höchstens auf dem aktuellen Niveau einfrieren aber nicht kürzen. Und aus Teheran wird weiterhin die Absicht bekräftigt, dass der Iran wieder zur Nummer Zwei der OPEC aufsteigen will und daher seine Ölexporte in den kommenden Monaten ausweiten wird.

Außerdem werden die Ölpreise, durch die erneut auf ein Rekordniveau gekletterten US-Öllagerbestände, weiterhin unter Druck gehalten. Seit Jahresbeginn sind die US-Öllager in Summe um gut 50 Mio. Barrel gestiegen. Vergleicht man diesen Anstieg mit dem Anstieg zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 in Höhe von rund 80 Mio. Barrel, so wird klar wie erheblich die aktuelle Überversorgung des Rohölmarktes ist. Seit Dezember 2014 begann dann der rasante Aufbau der US-Öllager, die seitdem von insgesamt 705 auf 925 Mio. Barrel gestiegen sind.

Bedingt durch den jüngsten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA), indem die IEA im laufenden und auch im folgenden Jahr mit einem Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt rechnet, gingen die Ölnotierungen auf den heutigen Dienstag wieder zurück, nachdem sie zum Wochenstart allerdings recht deutlich zugelegt hatten. Somit notierte die US-Sorte WTI am heutigen Dienstagmorgen bei 31,5 $/b und die europäische Leitsorte BRENT wurde bei 34,2 Dollar/Barrel gehandelt.

Da der €uro am Devisenmarkt spürbar gegen die Ölwährung Dollar nachgab, fallen die Vorgaben für die Spritpreise in den kommenden Tage eher schlechter aus, so dass sich Autofahrer im Wochenverlauf wohl auf leicht steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen müssen.

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