Endet die Phase der niedrigen Ölpreise?

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Irgendwann bestimmt, aber so schnell werden die Ölpreise erstmal nicht wieder auf das Preisniveau von vor zwei Jahren klettern. Dennoch müssen sich Autofahrer am Wochenende auf steigende Diesel und Benzinpreise einstellen. In der zurückligenden Woche sind die durchschnittlichen Spritpreise noch um knapp 0,7 Cent/Liter gesunken, aufgrund von deutlich gestiegenen Rohölpreisen wird sich dies am Wochenende jedoch ändern. Der Grund dafür ist in drastischen Veränderungen am Ölmarkt zu finden, denn die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat sich am Mittwochabend, nach langem Ringen auf eine Obergrenze bei der Ölförderung geeinigt, umso die Ölpreise auf ein höheres Preisniveau zu heben.

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an. Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten günstig getankt werden. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils günstigste Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,102 €uro je Liter
- Super: 1,318 €uro je Liter
- E10: 1,300 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,979 €/l zu 1,319 €/l (+ 34 ct/l)
- Super: 1,209 €/l zu 1,529 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,189 €/l zu 1,509 €/l (+ 32 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Die Rohölpreise haben sich in der zurückliegenden Handelswoche zunächst nur wenig bewegt. As dann am Mittwochabend jedoch die Nachricht über die Ticker lief, dass sich das Ölkartell OPEC, nach vielen Jahren ohne gemeinsame Linie, auf eine gemeinsame Förderobergrenze verständigt hat, legten die Ölpreise spürbar zu. Im Wochenrückblick hat die für Europa relevantere Ölsorte BRENT daher insgesamt um 2,3 $/b zugelegt und stand am Freitagmorgen bei 48,6 Dollar/Barrel. Auch die US-Ölsorte WTI kletterte um 2,5 $/b und wurde am Morgen bei 47,3 Dollar/Barrel gehandelt.

Obwohl im Vorfeld kaum ein Analyst damit gerechnet hatte, haben sich die OPEC-Staaten beim eigentlich zunächst nur als informelles Treffen angesetzten Meeting in der algerischen Hauptstadt Algier auf eine Begrenzung der Ölförderung geeinigt. Nach langem Ringen wurde das Treffen zu einer außerordentlichen Sitzung aufgewertet, an deren Ende das Ölkartell eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Mio. Barrel (je 159 Liter) verkündete. Diese Entscheidung bedeutet nicht nur ein Einfrieren auf dem aktuellen Ölförderniveau sondern wird eine Absenkung der Ölproduktion um fast 750 000 Barrel täglich gegenüber August diesen Jahres nach sich ziehen.

Nach dieser, fast schon als historisch zu wertenden Einigung, fiel der Preisanstieg zunächst deutlich aus, wurde dann jedoch ebenso schnell ausgebremst, da am Markt viel Skepsis herrscht ob die OPEC ihren Worten nun auch Taten folgen lassen wird. Geplant hat das Ölkartell ein Gremium einzurichten, welches bis November die Förderquoten für jeden Mitgliedsstaat bestimmen soll. Mindestens bis dahin, aber höchstwahrscheinlich auch darüber hinaus, wird der Weltölmarkt überversorgt bleiben. Daher halten sich Börsenhändler aktuell noch mit Käufen zurück, deutlich fallende Ölpreise erwarten nun jedoch sehr viel weniger Analysten als noch vor einer Woche.

Auch wenn der Preisanstieg an den deutschen Tankstellen nicht extrem ausfallen wird, müssen sich Autofahrer an diesem Wochenende aber ganz klar auf steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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