Dieselpreise markieren Rekordtief

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nachdem die Dieselpreise in der gesamten Woche bereits nachgegeben hatten, gingen gestern auch die Benzinpreise nach unten. Der Rückgang fiel mit gut einem Cent je Liter bei den Benzinpreisen aber nicht so deutlich aus wie bei den Dieselpreise, wo Preisnachlässe von knapp 1,8 Cent/Liter zu verzeichnen waren. Darüber hinaus konnte bei den Dieselpreisen gestern zum ersten Mal seit Beginn der Datenerhebung an knapp 100 Tankstellen ein Preis von 98,9 Cent/Liter festgestellt werden.

Zwar lagen die Dieselpreise im Durchschnitt in diesem Jahr auch schon mal unter 1,12 €uro/Liter, aber ein so niedriger Minimalpreis wurde bisher noch nicht erreicht. Auch die Benzinpreise sind zurzeit relativ günstig, von einem Langzeittief sind aber sowohl die Durchschnittspreise wie auch die Minimalpreise noch sehr weit entfernt. Aufgrund der sich unterschiedlich entwickelnden Diesel- und Benzinpreise hat sich der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER auf gut 21,5 Cent/Liter vergrößert. Der Unterschied zwischen den günstigsten und den teuersten Spritpreisen liegt jedoch weiterhin bei rund 30 Cent je Liter.

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an. Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale und sinnvolle Unterstützung.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,121 €uro je Liter
- Super: 1,337 €uro je Liter
- E10: 1,319 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,989 €/l zu 1,309 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,219 €/l zu 1,519 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,199 €/l zu 1,499 €/l (+ 30 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In den vergangenen zwei Handelstagen haben die Ölpreise insgesamt weiter nachgegeben. Allerdings war gestern ein Preisanstieg zu verzeichnen, welcher jedoch durch den deutlichen Rückgang von Mittwoch überkompensiert wurde. Hier hatten die jüngsten US-Öllagerdaten des DOE die Ölpreise zunächst unter Druck gesetzt, denn diese wiesen einen erneuten Aufbau der amerikanischen Ölbestände in Höhe von insgesamt 4,4 Mio. Barrel auf. Wie erwartet sorgte die höhere Raffinerieauslastung für einen spürbaren Anstieg der Heizöl-, Diesel- und Benzinlager. Überraschend war jedoch, dass auch die Rohöllager weiter anstiegen und somit weiterhin auf dem höchsten Niveau seit rund 80 Jahren verharren.

Gestern sorgte dann der überraschend deutliche Kurssprung des €uro für leicht kletternde Ölnotierungen, so dass die europäische Leitsorte BRENT in den letzten zwei Tagen nur um insgesamt 0,4 $/b nachgab und am Freitagmorgen bei 43,9 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Der Fokus des Ölmarktes richtet sich zurzeit nach Wien, wo die OPEC heute zu einem Meeting zusammenkommt. Zuletzt wurde darüber berichtet, dass OPEC-Leader Saudi-Arabien eine Kürzung seiner Fördermengen in Erwägung zieht, wenn andere Förderländer innerhalb und außerhalb der OPEC ihre Fördermengen ebenfalls zurückfahren würden. Dies hatten sowohl die OPEC-Mitglieder Iran und Irak wie auch das Nicht-OPEC-Land Russland ausgeschlossen.

Die Golfstaaten wiederum schließen aus, ihre Förderung alleine zu senken, so dass heute wohl nicht mit einer Strategieänderung der OPEC gerechnet werden kann und die Ölpreise daher weiterhin auf dem aktuellen Tiefststand bleiben werden. Für zusätzlichen Preisdruck am Kraftstoffmarkt sorgte gestern der fulminante Wertgewinn des €uro gegen den Dollar. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass EZB-Chef Draghi mit seinen gestrigen Ankündigungen zur weiteren Geldpolitik weit hinter den zuvor hochgeschraubten Erwartungen zurückblieb. Der €uro kletterte in der Folge auf den höchsten Stand seit einem Monat. Insgesamt fallen die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt daher sehr verbraucherfreundlich aus, so dass sich Autofahrer am Wochenende wohl über weiter nachgebende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können.

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