Dieselpreise fallen auf neues Jahrestief, Benzinpreise nicht

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Dieselpreise sind an den deutschen Tankstellen in dieser Woche auf ein neues Jahrestief gefallen, was bei den Benzinpreise bisher noch ausgeblieben ist. Insgesamt folgen die Kraftstoffpreise jedoch den preisdrückenden Vorgaben vom Rohölmarkt mit einer gewissen Verzögerung, die sich auch aus dem Raffinerie-Geschäft ergibt. So gaben die durchschnittlichen Diesel-und Benzinpreise in der zurückliegenden Woche um knapp 0,7 Cent/Liter nach.

An den 70 günstigsten Tankstellen konnte Diesel gestern wieder für unter einen €uro getankt werden. Bei den Benzinpreisen fällt hingegen auf, dass sich die günstigsten Angebote mit 1,23 €uro/Liter an den deutschen Tankstellen nicht verändert haben, obwohl die Vorgaben vom Rohölmarkt eindeutig preisdrückend ausgefallen sind. Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen ist in den letzten Tagen auf 31 Cent/Liter gesunken.

Autofahrer, die zwar darauf achten wann sie tanken aber nicht bei welcher Tankstelle sie vorfahren, schöpfen nicht das gesamte Sparpotential bei den Spritpreisen aus. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte zu jeder Zeit auch die Tankstellen untereinander vergleichen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,122 €uro je Liter
- Super: 1,356 €uro je Liter
- E10: 1,336 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,999 €/l zu 1,309 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,539 €/l (+ 31 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,519 €/l (+ 31 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem sich die Ölpreise in der vergangenen Woche etwas erholt hatten, nahmen sie in dieser Woche wieder den Abwärtstrend auf. So gaben die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI im Verlauf dieser Woche wieder um 1,3 Dollar/Barrel nach und standen am Freitagmorgen jeweils auf Jahrestiefstständen. Die Nordsee-Ölsorte BRENT notierte bei 47 $/b und die US-Ölsorte WTI wurde am Freitagmorgen bei 44,5 Dollar/Barrel gehandelt.

Das beherrschende Thema am Ölmarkt bleibt die weiterhin hohe Angebotslage, an der auch die Beibehaltung der Förderkürzung wichtiger Ölförderländer nichts ändern konnte. Zwar sprechen einige Analysten davon, dass Förderung und Nachfrage derzeit kurz vor einem Gleichgewicht stehen, allerdings sorgt dies noch nicht dafür, dass die weltweit üppig gefüllten Öllagerbestände zurückgehen würden. Außerdem sollen laut der Nachrichtenagentur Reuters noch einige Supertanker mit Rohöl und Ölprodukten auf den Weltmeeren vor Anker liegen, die darauf warten ihre Ware an Land zu bringen.

Preisdrückend wirkt sich zudem die wachsende Schieferölförderung in den USA aus, die laut Schätzungen der dortigen Energiebehörde im kommenden Jahr auf ein Rekordhoch von zehn  Millionen Barrel/Tag steigen könnte. Und auch die Anzahl der aktiven Ölbohrlöcher ist zuletzt zum 21. Mal in Folge gestiegen und liegt mit aktuell 741 Anlagen auf dem höchsten Stand seit April 2015. Außerdem waren die US-Öllager in dieser Woche um weitere 0,7 Mio. Barrel auf derzeit gut 905 Mio. Barrel gestiegen.

Ein weiterer preisbelastende Aspekt ist die Aussicht auf deutlich steigende Fördermengen in Nigeria und Libyen. Beide OPEC-Mitglieder sind von der Förderkürzung ausgenommen und werden ihre Ölproduktion insgesamt vorrausichtlich um deutliche 0,5 Mio. Barrel steigern können. In Nigeria wurde ein wichtiges Verladeterminal wieder in Betrieb genommen und in Libyen wurde die Förderung im größten Ölfeld des Landes wieder aufgenommen, nachdem diese zum wiederholten Mal in diesem Jahr ausgefallen war.

Obwohl die Verlängerung der OPEC-Förderkürzung an den Rohstoffbörsen bislang vollkommen wirkungslos verpufft ist, kommt eine Ausweitung des Abkommens derzeit nicht infrage, weil die beiden größten Ölproduzenten Russland und Saudi-Arabien davon ausgehen, dass das Abkommen in den kommenden Monaten noch die gewünschte Wirkung erzielen wird. So betonte der saudische Ölminister, dass man etwas Geduld haben müsse und nicht sofort auf die jüngsten, gegenläufigen Ereignisse an den Börsen reagieren müsste.

Mit leichten Schwankungen hält sich der €uro gegen die Ölwährung Dollar mit rund 1,12 Dollar/€uro insgesamt recht stabil in der Nähe eines Halbjahreshochs. Somit fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise in den kommenden Tagen erneut verbraucherfreundlich aus. Da jedoch das Wochenende vor er Tür steht, müssen sich Autofahrer wohl auf stabile bis leicht anziehende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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