Dieselpreise auf Rekordhoch - Was unternimmt der Staat? | Aktuelle Benzin- und Diesel-News vom 26.03.2026

um 08:41 Uhr von tanke-günstig Redaktion

Benzinpreise - Trends und Prognosen

Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen sind in den vergangenen Tagen, zum ersten Mal seit zwei Wochen, leicht gesunken. Von Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Besonders die Dieselpreise habe zuletzt nochmal einen massiven Anstieg vollzogen und sind dabei auf ein neues Allzeit-Rekordhoch gestiegen. In der Spitze wurde Diesel zwischenzeitlich zu einem Tageshöchstpreise von 2,749 Euro/Liter angeboten und der Tagestiefstpreis liegt mit aktuell 2,089 Euro/Liter deutlich über der Zwei-Euro-Marke. Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Liter Diesel aktuell 2,263 €uro und ein Liter Benzin (SUPER E5) muss im Mittel für 2,115 €uro getankt werden. Der Sortenpreisabstand bleibt damit weiterhin negativ, da Diesel rund fünf Cent/Liter teurer ist als Benzin.

Heute tagt der Arbeitskreis „Spritpreise“ der Bundesregierung und es muss nun endlich etwas auf den Weg gebracht werden. Denn die Kraftstoffpreise sind in Deutschland, im europäischen Vergleich, am stärksten gestiegen und auch die Politik hat in anderen EU-Staaten schneller gehandelt. Zuletzt wurde eine temporäre Absenkung von Steuern und Abgaben nicht mehr ausgeschlossen, obwohl die Regierung in erster Linie die Mineralölkonzerne in der Pflicht sieht. Und das offensichtlich nicht ganz zu Unrecht, denn Krisenzeiten sind seit Jahren stets die ertragsstärksten Zeiten für die Mineralölbranche. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette schlägt jedes Unternehmen nochmal ein wenig auf die sowieso schon steigenden Preise auf, was sich in Summe beim Autofahrer massiv auswirkt. Dennoch gehört zur Wahrheit dazu, dass kein Unternehmen mehr mit dem Verkauf von Kraftstoffen verdient als unser Staat. Bei Benzinpreisen von zwei Euro pro Liter landen über Energiesteuer, Co2-Abgabe und Mehrwertsteuer rund 1,10 Euro beim Staat. Hinzu kommt, dass trotz aller Empörung aus der Politik, hohe Spritpreise politisch gewollt sind, weil der Wandel hin zur Elektromobilität über den Preis erfolgen soll.

Grundsätzlich müssen sich Autofahrern daher wohl in den kommenden Jahren auf Spritpreise von deutlich über zwei Euro pro Liter einstellen. In den zurückliegenden Jahren ist dieser Umstand nur nicht aufgefallen, weil die OPEC-Staaten ihre Ölförderung deutlich erhöht haben und die Ölpreise daher mit 60-80 Dollar/Barrel vergleichsweise niedrig waren. Ölpreise von rund 100 Dollar/Barrel, also der aktuelle Stand, sind aber nicht ungewöhnlich und stellen sogar häufig das Ziel vieler Ölförderländer dar. Hinzu kommt, dass die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren mindestens stetig, womöglich sogar sprunghaft steigen wird. Daher werden Spritpreise von über zwei Euro pro Liter mittel- bis langfristig zur Normalität werden.

Um dem entgegenzuwirken hat die Bundesregierung beschlossen ab April das österreichische Modell einzuführen. Nach diesem Marktmodell dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12:00 Uhr, die Preise erhöhen. Preissenkungen sind hingegen jederzeit erlaubt. Es gibt viele kritische Stimmen, die eine generelle Absenkung der Kraftstoffpreise durch diese Maßnahme in Frage stellen. Allerdings sollte sich wohl auch die Mineralölbranche die Frage stellen, ob sie den Bogen nicht überspannt, wenn dieser Eingriff in den Markt nicht funktioniert. Wir erwarten zumindest, dass sich Verbraucher bald wieder verlässlicher auf günstige Tankzeitpunkte einstellen können.

Aktuell liegt der statistisch beste Zeitpunkt um günstig zu Tanken zwischen 19:00 und 22:00 Uhr, allerdings kommt es in diesem Zeitraum an fast allen Tankstellen auch immer wieder zu deutlichen Preisanhebungen. Grundsätzlich fallen die Spritpreise nicht mehr kontinuierlich im Tagesverlauf, sondern schwanken auf und ab. Einer Preissenkung folgt zunächst fast immer eine Preiserhöhung, bevor es dann wieder zu einem Preisrückgang kommt. Welche Tankstelle zu jeder Uhrzeit die günstigste Tankstelle in Ihrer Nähe ist, zeigt Ihnen stets ein Blick auf unseren Benzinpreisvergleich. Besonders in Krisenzeiten lohnt sich ein Vergleich der Tankstellenpreise.

 

Benzinpreise - aktuelle Preisentwicklung

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Mittwoch je nach Kraftstoffsorte bei:

 

- Diesel: 2,263 €uro je Liter

- Superbenzin (E5): 2,115 €uro je Liter

- Superbenzin (E10): 2,055 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Mittwoch wie folgt dar *:

 

- Diesel: 2,089 €/l zu 2,749 €/l (+ 65 ct/l)

- Superbenzin (E5): 1,969 €/l zu 2,659 €/l (+ 69 ct/l)

- Superbenzin (E10): 1,919 €/l zu 2,599 €/l (+ 68 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher als auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen, an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren, um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

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