Dieselpreis bei 97,9 Cent/Liter an den günstigsten Tankstellen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Talfahrt der Kraftstoffpreise hält weiterhin an. Besonders die Dieselpreise befinden sich zurzeit im freien Fall und markieren immer neue Tiefststände. So konnte gestern zwischen 18.00 und 20.00 Uhr an rund 60 deutschen Tankstellen Diesel für 97,9 €/Liter getankt werden. Auch der Durchschnittspreis für Diesel fiel gestern mit 1,098 €/Liter auf den tiefsten Stand seit Beginn der Datenerhebung. Im laufenden Monat sind die Dieselpreise im Mittel um gut 4 Cent/Liter gefallen. Die Benzinpreise gaben im gleichen Zeitraum um gut 3 Cent/Liter nach. Dementsprechend hat sich der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER auf aktuell rund 21,7 Cent je Liter erhöht.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,098 €uro je Liter
- Super: 1,315 €uro je Liter
- E10: 1,297 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,979 €/l zu 1,279 €/l (+ 30 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,489 €/l (+ 29 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,469 €/l (+ 29 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In den vergangenen zwei Tagen hat sich der Abwärtstrend der Ölpreise weiter fortgesetzt. Zum ersten Mal seit Februar 2009 fiel die europäische Rohöl-Leitsorte Brent gestern sogar kurzfristig unter 40 Dollar je Barrel. Da die Ölpreise im frühen Handel jedoch leicht zulegten, notierte BRENT am heutigen Mittwochmorgen mit 40,8 Dollar/Barrel wieder über der 40-Dollar-Marke. Hätte man vor einem Jahr solch niedrige Ölpreise prognostiziert, so wäre man wohl schallend ausgelacht worden. Heute jedoch scheint am Ölmarkt alles möglich zu sein, da sich der Markt im Wandel befindet. Auch in den Ölförderländern spricht man nach dem jüngsten OPEC-Meeting nicht mehr von einer Krise sondern von der neuen Realität am Ölmarkt.

Neben der immer noch erstaunlich stabilen US-Schieferölförderung ist wohl die gravierendste Veränderung, dass innerhalb der OPEC Uneinigkeit über deren Strategie herrscht und der Schwerpunkt des Kartells seit langem nicht mehr auf der Durchsetzung von auskömmlichen Ölpreisen für alle Mitgliedstaaten liegt. Im Gegenteil findet zurzeit sogar ein Kampf um Marktanteile unter den einzelnen OPEC-Mitgliedern statt, so dass jedes Förderland so viel Öl verkauft wie es loswerden kann. Daher wird auch der Iran, unabhängig von der Meinung anderer OPEC-Mitglieder, seine Ölexporte steigern, nachdem es zur Aufhebung der Sanktionen des Westens gekommen ist. Voraussichtlich Anfang 2016 wird sich die aktuelle Ölschwemme daher wohl noch ausweiten.

Als ölimport-abhängiges Land profitiert Deutschland von dem „neuen“ Ölmarkt. Allerdings birgt der niedrige Ölpreis längerfristig auch wirtschaftliche und politische Risiken. So stellen laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die drastisch gesunkenen Rohstoffpreise eines der größten Risiken für die Weltkonjunktur dar, weil die niedrigen Ölpreise global gesehen mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen. Eine weitere Gefahr für die Weltwirtschaft sehen Börsenakteure zurzeit in der schwächeren Wirtschaftsentwicklung Chinas. Die Angst, dass sich die Schwäche Chinas auf die ganze Weltkonjunktur übertragen könnte, belastete gestern die internationalen Finanzmärkte. Im Euroraum kommen zudem wieder Deflationssorgen auf, weil der €uro seit der letzten EZB-Sitzung wieder stärker geworden ist. Am heutigen Mittwochmorgen kletterte die europäische Gemeinschaftswährung sogar wieder auf über 1,09 Dollar, nachdem sie in der vergangenen Woche noch unter 1,06 Dollar lag. Insgesamt fallen die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt somit positiv aus, so dass sich Autofahrer im weiteren Wochenverlauf wohl auf weiter sinkende Diesel- und Benzinpreisen an den heimischen Zapfsäulen einstellen können.

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