Diesel- und Benzinpreise weiter gestiegen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Wie erwartet sind die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen im Verlauf der zurückliegenden Woche weiter gestiegen. Aufgrund der zu Wochenbeginn massiv nach oben ausgebrochenen Rohölpreise legten die Diesel- und die Benzin im Durchschnitt um rund einen Cent je Liter zu. Diesel konnte zum Wochenausklang an den billigsten Tankstellen daher nur noch für rund 1,03 Cent/Liter getankt werden und Super-Benzin (E5) legte an den billigsten Zapfsäulen ebenfalls auf knapp 1,22 €/Liter zu.

Weil die im Tagesverlauf günstigsten Angebote deutlicher als die teuersten Spritpreise kletterten, verringerte sich die Differenz zwischen den teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreisen leicht auf 33 Cent/Liter. Bei den großen Preisunterschieden an den deutschen Tankstellen lohnt es sich stets darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,138 €uro je Liter
- Super: 1,326 €uro je Liter
- E10: 1,308 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,029 €/l zu 1,359 €/l (+ 33 ct/l)
- Super: 1,219 €/l zu 1,549 €/l (+ 33 ct/l)
- E10: 1,199 €/l zu 1,529 €/l (+ 33 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an. Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten günstig getankt werden. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils günstigste Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nach dem massiven Preisanstieg vom Wochenbeginn, gaben die Rohölpreise in den vergangenen drei Tagen stets leicht nach. Auch auf den heutigen Freitag gingen die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI um weitere 0,5 bzw. 0,7 Dollar/Barrel zurück. Mit 48,5 Dollar/Barrel notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT am Freitagmorgen jedoch 2,4 $/b höher als noch vor einer Woche und auch die US-Ölsorte WTI stand mit 47,4 Dollar/Barrel am Freitagmorgen rund 2,6 $/b über ihrer Notierung vom vergangenen Freitag.

Die Impulse für den Ölmarkt kommen zurzeit aus den USA und vom bald stattfindenden Treffen der OPEC in Wien. Die Daten aus den USA fallen dabei eher preismindernd aus, denn zum einen drückt der starke Dollarkurs auf die Ölpreise und zum anderen hatte das amerikanische Energieministerium in dieser Woche einen erneuten leichten Aufbau der gesamten US-Öllagerdaten verkündet. So teilte das DOE mit, dass die Rohöllager in der vergangenen Woche zwar um 1,3 Mio. Barrel gesunken waren, dafür legten jedoch die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Summe um 2,6 Mio. Barrel zu. Insgesamt war somit ein leichter Aufbau der gesamten US-Öllager auf nunmehr 862 Mio. Barrel zu verzeichnen. Am Devisenmarkt fiel der €uro-Dollar-Wechselkurs in dieser Woche mit rund 1,055 Dollar/€uro auf den tiefsten Stand seit über 13 Jahren.

Das am 30. November stattfindenden OPEC-Meeting sorgte hingegen zuletzt dafür, dass die Ölpreise spürbar in die Höhe schnellten. Denn in den letzten Tagen hatten sich wichtige Akteure des möglichen Deals durchweg positiv geäußert. So scheint nun auch der Iran Teil der Vereinbarung zu werden, denn das drittgrößte OPEC-Mitglied soll eine Ausnahmeregelung erhalten und seine Förderung auf die geforderten knapp vier Millionen Barrel anheben dürfen. Der Ministerpräsident des zweitgrößten OPEC-Produzenten Irak teilte gestern ebenfalls mit, dass sich sein Land an der beschlossenen Förderreduzierung beteiligen werde. Russland schließt hingegen eine Kürzung der eigenen Fördermengen weiterhin aus, ist jedoch bereit eine Förderbegrenzung auf dem aktuellen Stand vorzunehmen.

Trotz der jüngsten Äußerungen bleibt die Interessenlage innerhalb der OPEC allerdings gespalten. Neben politischen Differenzen stehen die Mitglieder des Ölkartells grundsätzlich auch untereinander im Wettbewerb und die Konkurrenz außerhalb der OPEC wächst, was die Marktanteile und den Wohlstand von großen Ölförderländern gefährdet. So wartet in den USA eine ganze Branche darauf, den zuletzt ins stoppen geratene Fracking-Boom, besonders unter einem neuen US-Präsidenten Trump wieder aufleben zu lassen. Obwohl sich in den letzten Tagen die Anzeichen verdichten haben, dass es der OPEC gelingen könnte, verbindliche Förderquoten für jedes Mitglied festzulegen, bleibt der Ausgang des OPEC-Meetings somit weiterhin ungewiss.

Die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise in den kommenden Tagen fallen recht neutral aus. Da jedoch das Wochenende vor der Tür steht sollten sich Autofahrer eher auf weitere steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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