Diesel- und Benzinpreise gaben weiter nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Trotz Wochenende, das zumeist durch Preissteigerungen an den deutschen Tankstellen gekennzeichnet ist, hat sich die Abwärtsbewegung der Spritpreise in den letzten Tagen weiter fortgesetzt. So sind die durchschnittlichen Dieselpreise um gut einen Cent je Liter gefallen und die Benzinpreise sanken um knapp 0,7 Cent/Liter. In den kommenden Tagen könnte der Abwärtstrend jedoch abflachen, weil sich die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt verschlechtert haben.

Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen ist mit 32 Cent/Liter gestern auf den niedrigsten Stand seit über einem halben Jahr gesunken. Bei den Dieselpreisen haben sich dabei sogar die Angebote zu den günstigsten Tankzeitpunkten auf 1,019 €uro/Liter verringert, welche bei den Benzinpreisen wie bereits im gesamten Jahr 2017 bei 1,229 €uro/Liter verharrten. Da die Tankstellen ihre Preise hauptsächlich zu den schlechteren Kaufzeitpunkten variieren, war dementsprechend bei den im Tagesverlauf teuersten Spritpreisen der deutlichere Preisrückgang zu verzeichnen.

Autofahrer, die lediglich darauf achten, dass sie immer zu einer günstigen Uhrzeit tanken fahren, haben den zuletzt kräftigen Ölpreis-Rückgang an den Zapfsäulen womöglich kaum bemerkt. Es empfiehlt sich daher auch ein Vergleich der verschiedenen Tankstellen in der Umgebung. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,145 €uro je Liter
- Super: 1,366 €uro je Liter
- E10: 1,345 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,019 €/l zu 1,339 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,549 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,529 €/l (+ 32 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise hatten ihre Talfahrt am Freitagvormittag zunächst fortgesetzt, drehten dann jedoch im weiteren Handelsverlauf ins Plus. Auch zum Start der neuen Woche hielt die Gegenbewegung zum vorherigen Preissturz zunächst an, dann stabilisierten sich die beiden Rohöl-Leitsorten jedoch auf einem weiterhin niedrigen Preislevel. Insgesamt  kletterten die Nordsee-Ölsorte BRENT zwischen Freitag und Dienstag um 1,9 $/b und wurde am Morgen mit 49,2 Dollar/Barrel aber weiterhin unter der 50-Dollar-Marke gehandelt. Auch die US-Ölsorte WTI legte um gut 1,9 $/b zu und notierte am Dienstagmorgen bei 46,3 Dollar/Barrel.

Es ist schon erstaunlich, wie gering der Einfluss der OPEC-Förderkürzung in Zusammenarbeit mit elf weiteren Förderländern auf den Weltölmarkt ist. So konnte der Markteingriff des Ölkartells die Ölpreise zwar zum Jahresbeginn zunächst um rund 20 Prozent steigen lassen, dieser Effekt ist jedoch in den vergangenen Wochen wieder vollkommen verpufft, weil das Angebot an Rohöl weiterhin über der Nachfrage liegt.

Ablesen kann man die Überversorgung des Ölmarktes an Indikatoren wie den US-Öllagerbeständen, die seit Jahresbeginn um rund drei Prozent gestiegen sind anstatt zurückzugehen. Außerdem kletterte die Ölproduktion in den USA mit aktuell 9,3 Mio. Barrel/Tag zuletzt auf den höchsten Stand seit Mitte 2015, was den Bemühungen der OPEC, das Ölangebot zu verknappen entgegen wirkte.

Das Ölkartell steht nun unter Zugzwang auf dem kommenden Meeting Ende Mai, eine Verlängerung der zurzeit bestehenden Förderobergrenze zu beschließen, wenn es die Aktion nicht als vollkommenes Scheitern hinnehmen will. Daher äußerten sich nun auch Vertreter Saudi-Arabiens und Russlands, den zurzeit größten Ölförderländer der Welt, wohlwollend zu einer Verlängerung der zunächst bis zur Jahresmitte beschlossenen Förderobergrenze. Der Ölminister Saudi-Arabiens erwartet, dass der Ölmarkt durch die verlängerte Förderkürzung wieder in ein Gleichgewicht und einen "gesunden Zustand" zurückkehren werde, der Investitionen in neue Förderprojekte erleichtert.

Vollkommen sicher ist eine Verlängerung oder Ausweitung der bis Ende Juni laufenden Förderreduzierung jedoch nicht, weshalb sich Anleger auch weiterhin zurückhalten, obwohl mit tendenziell steigenden Ölpreisen zu rechnen ist, wenn sich die OPEC auch im zweiten Halbjahr an die gesetzten Förderobergrenzen hält. Sollte es hingegen nicht zu einer Verlängerung kommen, so dürfte dies die Ölpreise belasten.

Insgesamt haben sich die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise zum Wochenstart etwas eingetrübt, so dass Autofahrer in den kommenden Tagen wohl nur noch mit leicht fallenden bis stabilen Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen rechnen können.

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