Diesel- und Benzinpreise gaben im Wochenverlauf kräftig nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Im Verlauf der Woche sind die Spritpreise an den deutschen Tankstellen spürbar gesunken. Sowohl die durchschnittlichen Dieselpreise wie auch die gemittelten Benzinpreise gaben zwischen Montag und Donnerstag um gut einen Cent je Liter nach. Der Preisunterschied zwischen den Kraftstoffsorten Diesel und Benzin (E5) liegt somit unverändert bei relativ niedrigen 19,3 Cent/Liter.

Die Preisdifferenz zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen ist in den letzten Tagen zwar gesunken, befindet sich mit bis zu 39 Cent/Liter aber immer noch auf einem überdurchschnittlich hohen Level. Der Grund für die Verringerung liegt darin, dass die teuersten Spritpreise in den letzten Tagen gesunken sind und die günstigsten Angebote an den heimischen Zapfsäulen konstant geblieben sind.

Der hohe Preisunterschied zwischen den Tankstellen macht zurzeit wieder besonders deutlich, dass es sich lohnt darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. So kann ein Umweg von wenigen Kilometern mancherorts zu Ersparnissen von über 15 Cent/Liter führen. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

Aufgrund der insgesamt schlechteren Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt sollten sich Autofahrer am Wochenende auf steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,199 €uro je Liter
- Super: 1,393 €uro je Liter
- E10: 1,374 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,059 €/l zu 1,429 €/l (+ 37 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,619 €/l (+ 39 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,599 €/l (+ 39 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Trotz der kräftigen Kurschwankungen haben sich die Ölpreise auf Wochensicht betrachtet nur wenig verändert. Nach den deutlichen Preisrückgängen in der ersten Wochenhälfte legten die Ölnotierungen in der zweiten Wochenhälfte wieder zu, so dass in der gesamten Woche lediglich ein Rückgang von 0,6 $/b bei der US-Ölsorte WTI bzw. 0,7 Dollar/Barrel bei der Nordsee-Ölsorte BRENT zu verzeichnen war. Die beiden Rohöl-Leitsorten standen somit am Freitagmorgen bei 53,1 $/b (WTI) bzw. 56,1 Dollar/Barrel (BRENT).

Als Grund für die Preisanstiege der letzten Tage wurde zumeist der deutlich nachgebende Dollarkurs genannt, welcher Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger macht und somit die Nachfrage steigert, was zu anziehenden Ölpreisen führt. So hatte die letzte Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Trump den US-Dollar unter Druck gesetzt, weil die zukünftige Wirtschaftspolitik der USA weiterhin unklar blieb, was an den Finanzmärkten eher negativ aufgenommen wurde.

Allerdings müssen die spürbaren Preisanstiege wohl auch als eine recht normale Gegenbewegung zu den kräftig ausgefallenen Preisrückgängen vom Wochenstart gesehen werden, denn eigentlich hätten die Ölpreise in dieser Woche weiter auf Talfahrt gehen können. Zumindest hatte das DOE am Mittwoch extrem preisdrückende US-Öllagerdaten veröffentlicht. So teilte das US-Energieministerium mit, dass die gesamten US-Öllager zum Jahresbeginn um erhebliche 17,4 Mio. Barrel auf nunmehr 894 Mio. Barrel gestiegen waren. Dabei entfielen 4,1 Mio. Barrel auf die Rohöllagerbestände und 13,3 Mio. Barrel auf die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin).

Abgesehen von den Meldungen aus den USA, müssen Händler für die kommenden Monate weiterhin die Frage bewerten wie stark das Angebot auf dem Weltölmarkt zurückgehen wird. Auf der einen Seite haben sich 20 Förderländer zusammengeschlossen und angekündigt die Ölförderung im ersten Halbjahr 2017 spürbar zu reduzieren. Dabei scheint OPEC-Leader Saudi-Arabien mit gutem Beispiel voranzugehen und hat, laut Aussage des saudischen Energieministers, seine Ölförderung auf weniger als 10 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Damit hätte Saudi-Arabien seine Fördermengen aktuell bereits stärker gekürzt als vom OPEC-Beschluss verlangt. Neben Saudi-Arabien sollen auch Katar und Irak einigen Kunden bereits geringere Öllieferungen angekündigt haben. Gleichzeitig zeigt sich die Konjunktur in den wichtigsten Wirtschaftsregionen und Schwellenländern recht stabil, was eine steigende Ölnachfrage erwarten lässt.

Auf der anderen Seite ist zu erwarten, dass Iran, Libyen und weitere Förderländer, die nicht zur OPEC gehören, ihre Fördermengen erhöhen werden. Außerdem sind die Investitionen in die US-Schieferölförderung  wieder gestiegen, was darauf schließen lässt, dass die Ölförderung in den USA wieder anziehen könnte. Die zu bewertenden Fragen sind nun also, schafft das Ölkartell die geplante Förderkürzung vollumfänglich umzusetzen und wie wirkt sich dies auf die Ölförderung in anderen Ländern aus?

Zurück