Brexit wird Kraftstoffpreise kurzfristig fallen lassen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Der gestern von den Briten beschlossene Austritt aus der europäischen Gemeinschaft wird in den kommenden Tagen wohl erstmal für sinkende Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen führen. Im Verlauf dieser Woche, in der an den Börsen stets von einem Verbleib Großbritanniens ausgegangen wurde, war allerdings erstmal ein Anstieg der Spritpreise zu verzeichnen. So waren die Dieselpreise um gut 0,7 Cent/Liter gestiegen und die Benzinpreise legten um rund einen Cent je Liter zu. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER liegt weiterhin bei rund 23 Cent/Liter. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen blieb in dieser Woche recht stabil bei knapp 29 Cent/Liter.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,123 €uro je Liter
- Super: 1,353 €uro je Liter
- E10: 1,335 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,019 €/l zu 1,299 €/l (+ 28 ct/l)
- Super: 1,249 €/l zu 1,539 €/l (+ 29 ct/l)
- E10: 1,229 €/l zu 1,519 €/l (+ 29 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Der Ölmarkt wird zurzeit vom gleichen Thema beherrscht wie die Finanzmärkte und alle Medien. Der gestern von den Briten beschlossene Ausstieg aus der europäischen Gemeinschaft und die Ungewissheit über die wirtschaftlichen Folgen des Brexits halten die Finanzwelt in Atem und sorgt für eine angespannte und äußerst nervöse Stimmung an den Börsen. Sofort nach Öffnung der europäischen Börsen brachen diese massiv ein, der DAX verlor heute Morgen über zehn Prozent an Wert, konnte dann jedoch im Verlauf des Vormittags wieder zulegen. Insgesamt muss man an den Börsen in den kommenden Tagen wohl mit stark schwankenden Kursen rechnen. Dies wird solange anhalten bis das Thema Brexit in den Kursen verarbeitet ist und die wirtschaftlichen Folgen überschaubarer werden.

Am deutlichsten machte sich der Brexit am Freitagmorgen am Devisenmarkt bemerkbar. Dort verlor das britische Pfund gegen den Dollar innerhalb kürzester Zeit über zehn Prozent an Wert und wurde somit auf den tiefsten Stand seit über 30 Jahren gehandelt. Auch der €uro verlor gegen den Dollar rund drei Prozent und fiel am Morgen auf den tiefsten Stand seit rund drei Monaten. Am Ölmarkt blieb eine heftige Reaktion bisher noch aus. Allerdings werden die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten dazu führen dass wohl auch die Ölpreise in den kommenden Tagen weiter nachgeben werden. Anleger suchen nach sicheren Investitionsmöglichkeiten, was zu einem Rückzug von Spekulanten aus dem Ölmarkt führt. Zudem wird der Dollar spürbar aufgewertet, was ebenfalls fallende Ölpreise begünstigt.

Insgesamt fallen die Vorgaben für die Spritpreise am Wochenende somit verbraucherfreundlich aus und auch zum Beginn der kommenden Woche können sich Autofahrer wohl über fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können.

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