Benzinpreise über Ostern spürbar gestiegen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Auch wenn es über Ostern nicht zu einem Preissprung an den deutschen Tankstellen gekommen ist, so sind die Spritpreise in den letzten Tagen dennoch spürbar gestiegen. Die durchschnittlichen Benzinpreise markierten am Ostermontag mit knapp 1,42 €uro/Liter sogar ein neues Jahreshoch und auch die gemittelten Dieselpreise befanden sich mit 1,20 €uro/Liter auf einem hohen Stand.

Laut einer Untersuchung des Bundeskartellamts konnte in den Jahren 2015 und 2016 keine wesentliche Anhebung der Preisniveaus für die Osterzeit festgestellt werden und auch in diesem Jahr wurde kein massiver Anstieg erwartet. Dennoch wird ein Blick auf die aktuellen Zahlen interessant werden, denn als die Benzinpreise zuletzt so teuer waren, wie am Ostermontag, da notierten die Ölpreise an den Börsen knapp drei Prozent höher und die Ölwährung Dollar stand gegen den €uro deutlich schwächer da. Alleine die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt zeichnen sich somit nicht für den Preisanstieg verantwortlich.

Allerdings haben es Verbraucher auch selbst in der Hand die Preise an den Tankstellen durch ihr Tankverhalten zu beeinflussen. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Tankstellen liegt derzeit bei bis zu 40 Cent/Liter und an vielen Orten kann festgestellt werden, dass es in einem Umkreis von 10 Kilometern zur gleichen Uhrzeit zu Preisunterschieden von bis zu 15 Cent/Liter kommt. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte darauf achten, wann er welche Tankstelle ansteuert.

Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,200 €uro je Liter
- Super: 1,418 €uro je Liter
- E10: 1,397 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,059 €/l zu 1,429 €/l (+ 37 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,629 €/l (+ 40 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,609 €/l (+ 40 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Über die Osterfeiertage sind die Ölpreise erneut gesunken. Die Nordsee-Ölsorte BRENT gab zwischen Donnerstag und dem heutigen Dienstag um 0,5 $/b nach und notierte am Morgen bei 55,4 Dollar/Barrel. Auch die US-Ölsorte WTI ging um gut 0,4 $/b zurück und wurde am Dienstagmorgen bei 52,7 Dollar/Barrel gehandelt.

Das beherrschende Thema am Ölmarkt bleibt das hohe Angebot an Rohöl. Im Fokus der Börsenhändler stehen dabei die sich weiterhin gut entwickelnde US-Schieferölförderung, die globalen Öllagerbestände und die Absichten der OPEC, die zunächst bis Juli geltende Förderobergrenze in das zweite Halbjahr hinein zu verlängern.

Preisstützend wirkte zuletzt der jüngste Monatsbericht der Internationale Energieagentur (IEA), denn in diesem geht die IEA davon aus, dass die Förderkürzung der OPEC dafür sorgt, dass das Überangebot auf dem Weltölmarkt abgebaut und sich in naher Zukunft ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen wird.

Zwar teilte die IEA auch mit, dass die globale Ölnachfrage im ersten Quartal weniger gewachsen sei als zuvor angenommen wurde und dass die Agentur eine steigende Ölproduktion in Ländern erwartet, die nicht dem Ölkartell OPEC angehören, dennoch würde eine Verlängerung der OPEC-Förderkürzung stärker ins Gewicht fallen.

Bisher könnte das Ölkartell die Ziele, die mit der Förderkürzung angestrebt wurden, nicht erreichen. Die globalen Öllager sind auch gut drei Monate nach dem Kürzungsbeschluss, weiterhin auf einem sehr hohen Stand und die Ölpreise konnten nicht in dem angestrebten Ausmaß angehoben werden. Als Grund für das „Scheitern“ und Hauptprofiteur der OPEC-Maßnahmen wird zumeist die Schieferöl-Produktion in den USA genannt.

Da OPEC-Leader Saudi-Arabien das US-Schieferöl ursprüngliche vom Markt verdrängen wollte, wäre dies ein Argument warum Saudi-Arabien gegen eine Verlängerung der  Förderobergrenze sein könnte. Offiziell hatten sich Vertreter Saudi-Arabiens auch stets kritisch zu einer Verlängerung geäußert, denn die Förderkürzung nützt neben der US-Schieferölförderung auch dem Iran, dem regionalen, politischen Erzrivalen der Saudis, der von der Förderkürzung weitestgehend ausgenommen ist.

Sollte sich also in den kommenden Woche zunehmend ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt einstellen, so könnte dies die bisher als wahrscheinlich geltende Verlängerung der Förderobergrenze wieder in Frage stellen.

Nach den Osterfeiertagen fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise insgesamt verbraucherfreundlich aus. Besonders nach den teilweise auch verkehrsbedingten Preisanstiegen zu Ostern, sollten sich Autofahrer in den kommenden Tagen über fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen dürfen.

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