Benzinpreise nach Jahreshoch wieder gesunken

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nachdem die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen am Wochenende auf den höchsten Stand in diesem Jahr geklettert waren, haben sie zum Start der Woche wieder nachgegeben. Im Vergleich zu Donnerstag zeigen sich die Dieselpreise daher aktuell nahezu unverändert, so dass man Diesel im Durchschnitt weiterhin für rund 1,05 €uro/Liter tanken kann. Die gemittelten Benzinpreise sind zum Wochenstart sogar stärker gefallen als sie am Wochenende zulegt hatten, so dass die Benzinpreise zwischen Donnerstag und Montag sogar um knapp 0,3 Cent/Liter günstiger geworden sind.

Die Preisdifferenz zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER (E5) steht aktuell bei gut 25 Cent/Liter. Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen ist auf 32 Cent/Liter gefallen, was darauf zurückzuführen ist, dass die teuersten Spritpreise an den heimischen Tankstellen zurückgegangen sind und die günstigsten Diesel- und Benzinpreise unverändert bei 94,9 Cent/Liter bzw. 1,19 €uro/Liter geblieben sind.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,051 €uro je Liter
- Super: 1,303 €uro je Liter
- E10: 1,282 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,949 €/l zu 1,269 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,519 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,499 €/l (+ 32 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Zum Start der neuen Handelswoche waren die Rohölpreise massiv eingebrochen. Bereits am Freitag hatten schwache Daten zur US-Industrieproduktion die Ölpreise gedrückt. Nachdem am Sonntag jedoch die Gespräche wichtiger OPEC-Mitglieder und Russlands krachend gescheitert waren, brachen die Rohölpreise in den ersten Handelsminuten der aktuellen Woche um bis zu sieben Prozent ein.

Überraschenderweise konnten sie die Ölnotierungen jedoch sich im weiteren Tagesverlauf wieder schnell vom Fiasko der gescheiterten Doha-Gespräche erholen und etwa die Hälfte der morgendlichen Verluste wieder wettmachen. Auch auf den heutigen Dienstag stabilisierten sich die Ölpreise weiter. Im Vergleich zum vergangenen Freitag ist insgesamt dennoch ein Rückgang der europäische Leitsorte BRENT um 0,8 $/b und der US-Sorte WTI um 0,6 $/b zu verzeichnen. Somit notierte BRENT am heutigen Dienstagmorgen bei 43,1 Dollar/Barrel und WTI stand exakt auf der 40-Dollar-Marke.

Die OPEC bleibt ihrer Linie treu. Zur Freude der Ölverbraucher demonstriert das Ölkartell wieder einmal absolute Uneinigkeit und jedes Förderland versucht stets nur die eigenen Interessen durchzusetzen. Wie bereits im Vorfeld vermutet wurde, scheiterten die mit Spannung erwarteten Gespräche in Katar am Sonntag offenbar doch daran, dass der Iran nicht Teil der Förderbegrenzung werden wollte. Zwar wurde vor dem Treffen stets auch eine Einigung ohne den Iran propagiert, aber es war zu erwarten, dass das Interesse des OPEC-Leaders Saudi-Arabien an einer Einigung ohne den Iran eher gering sein würde. Schließlich hat Saudi-Arabien die Ölschwemme 2014 mit ausgelöst um andere Förderländer und –Methoden aus dem Markt zu drängen.

Von dieser Strategie wäre das Königreich wohl nur abgewichen um seinen regionalen, politischen Erzrivalen Iran zu schwächen. Dies konnte nun allerdings nicht erreicht werden, so dass die Saudis die Gespräche am Ende wohl platzen ließen. Anscheinend ist ein neues Treffen nun im Juni geplant. Ob dieses jedoch tatsächlich stattfinden wird ist zurzeit fraglich. Denn dass die am Sonntag geplante Pressekonferenz der 18 an dem Treffen teilnehmenden Ölförder-Nationen am Ende lediglich alleine vom katarischen Energieminister abgehalten wurde, zeigt doch recht deutlich wie weit die Interessen dieser Ölnationen auseinander liegen.

Wie oben bereits erwähnt kam es nach den gescheiterten Gesprächen jedoch nicht zum vermuteten Ausverkauf am Ölmarkt. So zeigt sich aktuell, dass die Ölnotierungen auf breiterer Front weiterhin gestützt werden. Weitere Preisimpulse sind im Wochenverlauf von den neuen Daten der US-öllager zu erwarten. Sollten die amerikanischen Öllager wieder auf ein neues Rekordhoch klettern, so könnte dies erneut kräftigeren Druck auf die Ölnotierungen ausüben.

Trotz der gescheiterten Förderbegrenzung wichtiger Ölförderländer und des sich zuletzt wieder von seiner kurzen Schwächephase erholenden €urokurses, sorgt die schnelle Erholung der Rohölpreise dafür, dass sich Autofahrer in den kommenden Tagen wohl nicht über weiter fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können.

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