Benzinpreise leicht im Plus

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Vor gut einem Jahr hatten die Diesel- und Benzinpreisen im Zuge des Macht- und Preiskampfes zwischen der Ölförderung in Saudi-Arabien und in den USA den tiefsten Stand erreicht. Damals konnte man an den günstigsten deutschen Tankstellen Diesel für 86,9 Cent/Liter tanken und die günstigsten Benzinpreise standen bei knapp 1,14 €uro/Liter.

Seit dem sind die Spritpreise langsam aber stetig gestiegen. So liegen die durchschnittlichen Benzinpreise mit rund 1,40 €uro/Liter in etwa 16 Cent/Liter über den Preisen von damals und Diesel kostet mit rund 1,20 €uro/Liter im Mittel aktuell sogar 22 Cent/Liter mehr als vor gut einem Jahr. Dieser Anstieg macht sich beim Tanken zwar deutlich bemerkbar, vor dem Hintergrund, dass sich die Rohölpreise im selben Zeitraum jedoch fast verdoppelt haben, kann der Anstieg allerdings als angemessen angesehen werden.

Zum aktuellen Wochenstart sind die Kraftstoffpreise zwar zurückgegangen. Aufgrund der kräftigen Preisanstiege vom Wochenende ist im Vergleich zur Vorwoche dennoch ein Plus zu verzeichnen. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr konnte SUPER (E5) gestern an den günstigsten Tankstellen für 1,229 €uro/Liter  getankt werden, Diesel zur selben Uhrzeit sogar nur für 1,059 €uro/Liter. Wer hingegen die im Tagesverlauf teuersten Tankstellen ansteuerte, der musste gestern bis zu 1,419 €uro/Liter Diesel und bis zu 1,649 €/Liter für SUPER (E5) bezahlen. Wer also beim Tanken sparen möchte, der sollte einen Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche werfen.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

 

- Diesel: 1,195 €uro je Liter

- Super: 1,402 €uro je Liter

- E10: 1,383 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

 

- Diesel: 1,059 €/L zu 1,419 €/L (+ 36 ct/L)

- Super: 1,229 €/L zu 1,649 €/L (+ 42 ct/L)

- E10: 1,209 €/L zu 1,629 €/L (+ 42 ct/L)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche zugelegt hatten, gaben sie zum Start der neuen Handelswoche zunächst wieder nach. Dabei fiel die Nordsee-Ölsorte BRENT um 1,2 $/b und notierte somit am Dienstagmorgen bei 55,8 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI gab mit 0,9 $/b etwas weniger nach und wurde am Dienstagmorgen bei 53,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Leicht gestützt wurden die Ölpreise zunächst von der Nachricht, dass die US-Regierung neue Sanktionen gegen das OPEC-Mitglied Iran verhängt hatte. Die erneut gestiegen Anzahl von US-Ölbohraktivitäten drückte dann jedoch wieder auf die Ölpreise. So gab der Ölindustrie- Ausrüsters Baker Hughes bekannt, das die Anzahl der aktiven Ölbohrlöcher in den USA mit aktuell 583 auf den höchsten Stand seit Oktober 2015 gestiegen ist.

Insgesamt bildet US-Ölmarkt zurzeit das Gegengewicht zur Förderkürzungen der OPEC, was in den letzten Wochen einen deutlicheren Anstieg der Ölpreise verhindert hat. Die steigenden Investitionen in Ölförderanlagen und somit die Aussicht auf eine steigende Ölförderung in den USA und die Tatsache, dass US-Ölförderung im vergangenen halben Jahr bereits um 6,3 Prozent gestiegen ist, drückt zurzeit auf die Ölpreise.

Für Preisauftrieb sorgt zurzeit der Umstand, dass das zuletzt zerstrittene Ölkartell OPEC überraschend problemlos die beschlossene Förderkürzung umsetzt. Auch wenn es keine offizielle Zahlen zu den Fördermengen gibt, haben die elf an der Förderreduzierung beteiligten OPEC-Staaten ihre Fördermengen im Januar laut eigener Aussage auf 30 Mio. Barrel/Tag abgesenkt und somit bereits gut 80 Prozent der vereinbarten Menge vom Markt genommen. Dieser Rückgang der Ölförderung hatte am Freitag dazu geführt, dass der Korbpreis für OPEC-Rohöl mit 54,2 Dollar/Barrel auf den höchsten Wert seit Juli 2015 gestiegen war und auch aktuell noch über dem Preis für das amerikanische Leichtöl WTI notiert.

Darüber hinaus verkündete der russische Energieminister Nowak, dass Russland, die mit der OPEC besprochenen Förderobergrenze einhalten werde und dass die russische Ölförderung im Januar mit rund 0,12 Mio. Barrel immerhin um die Hälfte des angestrebten Wertes von 0,3 Mio. Barrel zurückgegangen ist. Zudem könnten russische Unternehmen das Angebot stärker senken als bislang erwartet wurde.

Dennoch gaben die Rohölpreise zum Start der Woche nach, so dass auch die Vorgaben für die Spritpreise eher verbraucherfreundlich ausfallen. Zwar sorgt der gegen den Dollar nachgebende €uro dafür, dass nicht der gesamte Rückgang der Rohölpreise an den Tankstellen ankommen wird, dennoch können sich Autofahrer in den kommendenTagen wohl über leicht sinkende Diesel- und Benzinpreisen an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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