Benzinpreise legten am Wochenende weiter zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am Wochenende sind die Diesel- und Benzinpreise an den deutschen Tankstellen deutliche gestiegen. Auch wenn zum gestrigen Wochenstart wieder ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, so bleibt zwischen Donnerstag und Montag dennoch ein Anstieg der Dieselpreise von 1,5 Cent/Liter und der Benzinpreise in Höhe von 1,1 Cent/Liter feststellbar. Auffällig ist, dass sich die Preisdifferenz zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen zum Start der aktuellen Woche deutlich auf bis zu 36 Cent/Liter erhöht hat.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass trotz der im Durchschnitt gestiegenen Spritpreise, die im Tagesverlauf günstigsten Preise an den heimischen Tankstellen gefallen sind und gleichzeitig die teuersten Preise weiter gestiegen sind. Der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER hat über das Wochenende weiter abgenommen und liegt aktuell bei gut 20 Cent/Liter.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,043 €uro je Liter
- Super: 1,243 €uro je Liter
- E10: 1,223 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,919 €/l zu 1,269 €/l (+ 35 ct/l)
- Super: 1,109 €/l zu 1,469 €/l (+ 36 ct/l)
- E10: 1,089 €/l zu 1,449 €/l (+ 36 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Bereits am Freitag hatten die Ölpreise nachgegeben, weil einige Börsenhändler ihre Gewinne der zurückliegenden Wochen mitnahmen. Immerhin waren die Rohölpreise in den vergangenen Wochen um bis zu 40 Prozent gestiegen. Auch am gestrigen Handelstag setzten sich die Gewinnmitnahmen weiter fort, so dass die europäische Rohölsorte BRENT mit knapp 38,8 Dollar/Barrel am heutigen Dienstagmorgen auf den tiefsten Stand seit fast zwei Wochen gefallen war. Auch die US-Sorte WTI verlor an Wert und wurde am Morgen bei 36,4 Dollar/Barrel gehandelt.

Aufgrund der zuletzt stark von Spekulationen getriebenen Ölpreise bleibt die Stimmung am Ölmarkt weiterhin schwankungsanfällig. Zwar haben sich die fundamentalen Marktdaten kaum verändert, da aber viele Händler auf den Aufwärtstrend der letzten Wochen eingestiegen waren, kam Bewegung in den ansonsten nachrichtenarmen Ölmarkt. Sollten sich Börsenhändler nun jedoch wieder der anhaltenden Überversorgung des Ölmarktes zuwenden, würde aktuell wenig gegen nachgebende Rohölpreise sprechen.

Besonders das zurzeit im Fokus stehende und wieder erstarkte Ölförderland Iran hat am aktuellen Stimmungswechsel einen Anteil. So hatte der Iran das für Mitte März geplante Treffen, bei dem wichtige OPEC und Nicht-OPEC-Ölförderländer über eine Begrenzung der Fördermengen beraten wollten, abgesagt und erneut bekräftigt, dass man die eigene Ölproduktion mindestens wieder auf vier Millionen Barrel pro Tag steigern werde, bevor man Verhandlungen führen würde. Daher musste ein neuer Termin für die Gespräche um einen Monat nach hinten verschoben werden.

In den letzten Tagen veröffentlichten die Internationale Energieagentur (IEA) und die OPEC ihre Prognosen für die globale Ölnachfrage des laufenden Jahres. Die IEA geht davon aus, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zunehmen wird und dass die Ölförderung, besonders in Ölförderländern außerhalb der OPEC, spürbar zurückgehen wird, weil dort die Förderkosten in der Regel höher sind wie bei den OPEC-Staaten. Die OPEC rechnet hingegen mit einer höheren Nachfrage nach Rohöl aus Nicht-OPEC-Ländern und erwartet dass die eigene Rohöl-Produktion um 760.000 Barrel/Tag über der Nachfrage liegen wird.

Nachdem die EZB in der vergangenen Woche bekannt gegeben hatte, dass sie ihre expansiven Geldpolitik noch ausweiten wird, war der €uro überraschenderweise gestiegen. Danach hatte er zwar wieder leicht gegen den US-Dollar nachgegeben, befindet sich jedoch mit gut 1,11 Dollar/€uro immer noch auf einem robusten Stand. Aufgrund des aktuell stabilen €urokurses bei gleichzeitig nachgebenden Rohölpreisen fallen die Vorgaben für die Kraftstoffpreise verbraucherfreundlich aus. Autofahrer können sich daher im Wochenverlauf auf fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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