Benzinpreise im Wochenverlauf stark gestiegen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Diesel- und Benzinpreise sind im Verlauf der aktuellen Woche massiv gestiegen. Im Vergleich zu Montag die durchschnittlichen Benzinpreise um rund 1,8 Cent/Liter gestiegen und die Preise für Diesel kletterten in den letzten Tagen sogar erhebliche 2,4 Cent/Liter. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist der durchschnittliche Benzinpreis gestern auf über 1,30 €uro/Liter gestiegen und auch der gemittelte Dieselpreis steht mit aktuell 1,05 €uro/Liter in der Nähe seines Jahreshochs. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER ist innerhalb von einer Woche im einen Cent auf derzeit 25,5 Cent/Liter zurückgegangen.

Der Preisunterschied zwischen den im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen hält sich im April recht stabil bei rund 33 Cent/Liter. Benzin (E5) kann zu den besten Tankzeitpunkten an den günstigsten Tankstellen zurzeit noch für 1,19 €uro/Liter getankt werden. Früh am Morgen zahlt man an den teuersten Tankstellen hingegen bis zu 1,52 €uro/Liter. Die im Tagesverlauf günstigsten Preise für Diesel sind in den letzten sieben mit 5 Cent/Liter stark gestiegen und haben sich weit von der 90-Cent-Marke entfernt. Die günstigsten Dieselpreise liegen aktuell bei 94,9 Cent/Liter, zu schlechten Tankzeitpunkten muss an den teuersten Tankstellen aber bereits bis zu 1,27 €uro/Liter gezahlt werden.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,051 €uro je Liter
- Super: 1,305 €uro je Liter
- E10: 1,285 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,949 €/l zu 1,269 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,529 €/l (+ 33 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,509 €/l (+ 33 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Im Verlauf dieser Woche sind die Rohölpreise insgesamt klar angestiegen. Zur Wochenmitte waren zwar auch Preisrückgänge zu verzeichnen, insgesamt weist die Wochentendenz jedoch nach oben. So kletterte die europäische Leitsorte BRENT innerhalb von einer Woche um rund vier Dollar je Barrel und stand am heutigen Freitagmorgen bei 43,9 Dollar/Barrel. Auch die US-Sorte WTI legte in diesem Zeitraum um 3,6 $/b zu und wurde am Freitagmorgen bei 41,6 Dollar/Barrel gehandelt. Insgesamt kann man in dieser Woche von einer eher spekulationsgetriebene Preisrally sprechen, denn an den fundamentalen Marktdaten hat sich nichts geändert und auch der Blick in die nähere Zukunft verspricht keine marktbeeinflussenden Veränderungen.

Zur Wochenmitte hatten die erneut gestiegenen Rohöllagerbestände in den USA für Preisdruck gesorgt. Laut dem Department of Energy (DOE) füllten sich die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche überraschend stark um 6,6 Mio. Barrel und erreichten mit nunmehr 536,5 Mio. Barrel den höchsten Stand seit über 80 Jahren. Zwar gingen die Lager der Ölprodukte insgesamt um 3,7 Mio. Barrel zurück, weil sich die Benzinlager deutlich geleert haben, dennoch kletterten die gesamten US-Öllagerbestände mit knapp 940 Mio. Barrel auf ein Rekordhoch.

Neben dem erneuten Anstieg der US-Öllager drückten auch Berichte der OPEC und der US-Behörde EIA auf die Ölnotierungen. So korrigierte die OPEC ihre Erwartung an die künftige Ölnachfrage nach unten und geht für dieses Jahr nur noch von einem Nachfrage-Wachstum von 1,2 Mio. Barrel pro Tag aus. Zudem teilte das Ölkartell mit, dass die Schätzungen im Jahresverlauf erneut reduziert werden könnten. Auch die EIA sieht in ihrem aktuellen Monatsbericht nur eine langsame Annäherung zwischen dem Ölangebot und der weltweiten Nachfrage und rechnet nicht mit einem Ausgleich vor Mitte 2017.

Gestützt wurden die Ölpreise hingegen durch den am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der Internationale Energieagentur (IEA). Diese geht davon aus, dass sich Angebot und Nachfrage bereits in der zweiten Jahreshälfte des laufenden Jahres nahezu ausgleichen könnten. Als Ursache nannte die IEA einen deutlichen Rückgang der Produktion in Förderländern außerhalb der OPEC, die unter den aktuell günstigen Ölpreisen leiden. Hierbei bezieht sich die Agentur auch auf den zuletzt deutlichen Rückgang der US-Ölförderung, die auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gefallen ist.

Außerdem blicken Börsenhändler zurzeit gespannt auf das am Sonntag in Doha stattfindende Meeting wichtiger OPEC-Mitglieder und Russlands und spekulieren auf einer Förderbegrenzung und als Resultat darauf steigende Ölpreise. Denn auch wenn die Beschlüsse von Doha die Überversorgung auf dem Weltölmarkt nicht beenden werden, so würde von dort zumindest ein psychologisches Zeichen gesetzt werden, dass man einen ersten Schritt gegen die aktuelle Ölschwemme gehen möchte. Ein solches Zeichen könnte an den Börsen preistreibend wirken.

Allerdings bleibt die reale Auswirkung auf den Ölmarkt weiterhin fraglich, besonders wenn der Iran, das Land mit den aktuell größten Möglichkeiten und dem Willen seine Ölförderung zu erhöhen, nicht Teil der Vereinbarung ist. Außerdem fördern fast alle an der Vereinbarung beteiligten Staaten auf Rekordhöchstständen und kein Land macht Zusagen die eigene Ölförderung zu drosseln, sondern es soll lediglich verhindert werden die aktuelle Überversorgung nicht noch auszuweiten. Zudem sind Beobachter skeptisch ob sich die teilnehmenden Ölnationen auch an die Vereinbarungen halten werden, denn innerhalb der OPEC werden die selbst gesetzten Fördermaxima seit langem nicht mehr eingehalten.

Am Devisenmarkt brach der €uro in dieser Woche deutlich gegen den Dollar ein, nachdem er zuvor auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr geklettert war. So hat der €uro mit aktuell 1,126 Dollar/€uro seit Wochenbeginn knapp 1,5 Prozent ein Wert gegen den Dollar eingebüßt. Insgesamt lassen die jüngsten Entwicklungen am Rohöl- und Devisenmarkt am Wochenende eher eine weniger verbraucherfreundliche Entwicklung der Spritpreise erwarten. Autofahrer sollten sich daher in den nächsten Tagen auf weiter steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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