Benzinpreise halten überhöhtes Niveau

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Wie die oben stehenden Graphiken zeigen, befinden sich die Benzinpreise aktuell auf einem ähnlichen Preisniveau wie Ende Oktober 2014. Die Dieselpreise liegen hingegen auf dem Preisniveau von Anfang Dezember 2014. Dies hört sich zuerst wenig dramatisch an. Wenn man jedoch brücksichtigt, dass die Rohölpreise im November 2014 um rund 20 Prozent gesunken sind wird klar, dass hier ein Ungleichgewicht zwischen der Entwicklung der Benzinpreise und der Dieselpreise vorliegt.

Dies wird auch daran ersichtlich, dass der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten DIESEL und SUPER in den letzten Wochen auf rund 23 Cent/Liter angestiegen ist. Mitte Januar hatte der Preisunterschied bei rund 16 Cent/Liter gelegen. Bis auf die Weiterverarbeitung in den Raffinerien gelten für die Preisgestalltung der beiden Kraftstoffsorten nahezu gleiche Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt.

Gestern sah es zunächst so aus als ob sich der letzte Rückgang der Rohölpreise fortsetzen würde. Doch dann brachte die Nachricht, dass der Iran einen westlichen Frachter mit Waffengewalt unter seine Kontrolle gebracht haben sollte Unruhe in den Markt und viele Anleger deckten sich mit Ölkontrakten ein, was die Rohölpreise in die Höhe katapultierte. Als sich der Zwischfall als harmlos herausstellte beruhigte sich der Markt wieder und die Rohölpreise gaben wieder nach, Auch wenn die Rohölpreise nun tendenziell wieder in der Abwärtsbewegung sind, so kann noch nicht davon ausgegangen werden, dass die Grundstimmung am Ölmarkt bereits auf bärisch gedreht hat.

Hierfür müsste sich der Preisrückgang in den nächsten Tagen noch ausweiten. Ob dies eintreffen wird, bleibt ungewiss, da weiterhin viele Spekulanten die Rohölpreise als attraktive Anlageoption sehen und dabei die starke Überversorgung des Weltölmarktes ignorieren. Sollte sich die Trader allerdings auf die preisdrückenden Fundamentaldaten besinnen, so besteht Potential für einen spürbaren Rückgang des Ölpreisniveaus. In den vergangenen zwei Tagen ist die europäische Leitsorte BRENT in Summe bereits um 0,7 $/b zurückgegangen und stand somit am Mittwochmorgen bei 64,5 Dollar/Barrel. Auch vom Devisenmarkt kamen verbraucherfreundliche Nachrichten, denn dort konnte der €uro weiter gegen die Ölwährung Dollar zulegen.

Aufgrund dieser preisdrückenden Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt ist besonders ein Rückgang der Benzinpreise überfällig und Autofahrer sollten sich im weiteren Wochenverlauf über sinkende Spritpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen dürfen. Es kann allerdings bezweifelt werden, dass dies über das verlängerte Wochenende eintreffen wird.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,257 €uro je Liter
- Super: 1,487 €uro je Liter
- E10: 1,468 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,129 €/l zu 1,389 €/l (+ 26 ct/l)
- Super: 1,369 €/l zu 1,619 €/l (+ 25 ct/l)
- E10: 1,349 €/l zu 1,599 €/l (+ 25 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

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