Benzinpreise bleiben noch im Abwärtstrend

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am Wochenende und zum Start der neuen Wochen haben sich die Tendenzen der letzten Woche fortgesetzt. Die Benzinpreise sind weiter gefallen, während die Dieselpreise nach oben und nach unten schwanken. In Summe sind die Durchschnittspreise für Diesel an den deutschen Tankstellen zuletzt leicht gestiegen. Auffällig bleibt, dass sich die Preisdifferenz zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Spritpreisen weiter erhöht. So ist die Differenz zwischen den günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen auf aktuell 33 bzw. 35 Cent/Liter geklettert.

Aus diesem Grund lohnt es sich zurzeit besonders darauf zu achten wann und wo man tankt. So profitieren von den niedrigen Preisen an den heimischen Zapfsäulen zumeist nur die Autofahrer, die darauf achten welche Tankstelle Sie zu welcher Tageszeit ansteuern. Denn die günstigen Diesel- und Benzinpreise sind zurzeit zwar in aller Munde, dabei wird jedoch gelegentlich vergessen, dass es erhebliche Preisschwankungen zwischen den Tankstellen und im Tagesverlauf gibt, so dass innerhalb von wenigen Minuten oder Kilometer Entfernung, Preisdifferenzen von über 10 Cent/Liter zu beobachten sind.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 0,989 €uro je Liter
- Super: 1,221 €uro je Liter
- E10: 1,203 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,879 €/l zu 1,209 €/l (+ 33 ct/l)
- Super: 1,109 €/l zu 1,459 €/l (+ 35 ct/l)
- E10: 1,089 €/l zu 1,439 €/l (+ 35 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Nachdem die Ölnotierungen am vergangenen Donnerstag teilweise bis auf ein 12-Jahres-Tief eingebrochen waren, setzten sie ab Freitag zu einer spürbaren Erholung an. Auch die schwachen Ölimportdaten aus China konnten die Ölnotierungen gestern Morgen nur kurzeitig unter Druck setzen. Danach knüpften die Ölpreise sofort wieder an ihren vorherigen Erholungskurs an. Besonders die bessere Stimmung an den internationalen Finanzmärkten sorgt aktuell dafür dass auch die Ölpreise mit nach oben gezogen werden. Dementsprechend legten die Rohölsorten BRENT und WTI seit Freitagmorgen jeweils um knapp 3,4 $/b zu und notierten am Dienstagmorgen mit 34,8 bzw. 30,7 Dollar/Barrel beide über der 30-Dollar-Marke.

Neben der guten Kauflaune an den Finanzmärkten halten sich weiterhin hartnäckig die Spekulationen über ein mögliches Abkommen zwischen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) mit wichtigen Förderländern außerhalb des Ölkartells, das zu einer Reduzierung des Überangebotes auf dem Weltölmarkt führen soll. Zuletzt wurde bekannt, dass sich die Ölminister der großen Förderländer Saudi-Arabien und Russland am heutigen Dienstag in Doha treffen wollen um über die allgemeine Lage am Ölmarkt und den enormen Ölpreisverfall der vergangenen Monate zu sprechen.

Eine Einigung zur Fördermengenkürzung wäre jedoch eine Überraschung, da sich Saudi-Arabien in diesem Fall von seiner Strategie verabschieden würde aufstrebende Ölproduzenten durch den aktuellen Preiskampf vom Markt zu verdrängen. Zudem stehen sich Russland und Saudi-Arabien im Syrien-Konflikt mit konträren Ansichten entgegen. Während Russland zusammen mit dem Iran das Assad-Regime unterstützt, will Saudi-Arabien das syrische Staatsoberhaupt unbedingt loswerden und erwägt sogar eine größere Militärpräsenz in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land. Dennoch warten Börsenhändler seit Wochen sehnsüchtig auf bullische Meldungen und nehmen daher gerne auch solche Nachrichten auf, die weniger Nachhaltig sein könnten.

Am Devisenmarkt ist der kleine Höhenflug des €uro beendet. Die zuletzt wieder besser ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA und besonders die jüngsten Aussagen von EZB-Chef Draghi, dass er bereit sei die expansive Geldpolitik der EZB noch auszuweiten, setzten die Gemeinschaftswährung kräftig unter Druck. Von seinem 16-Wochen-Hoch kommend gab der €uro deutlich gegen den Dollar nach und stand am Dienstagmorgen bei unter 1,12 $/€. Insgesamt fallen die Vorgaben für die kommenden Tage daher deutlich schlecht aus, so dass sich Autofahrer im Wochenverlauf wohl über steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen müssen.

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