Auseinanderdrift

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Diesel billig, Benzin teurer. Kaum erklärlich ist das derzeitige Preisgefüge am Kraftstoffmarkt. Mittelweile hat sich der Preisabstand von Diesel, Durchschnittspreis 1,177 €/l, im Vergleich zu Superbenzin, aktueller Durchschnittspreis 1,480 €/l, auf einen beachtlichen Preisabstand von fast 31 Cent/Liter vergrößert. Das Auseinanderdriften begann vor 4 Monaten und beschleunigte sich in der ersten Julihälfte nochmals rasant. Die Dieselpreise sinken seit Wochen und folgen den Ölmarktvorgaben. Die Benzinpreise hingegen machen hierzulande aber einfach das Gegenteil. So ist der Markt.

Die Ölmarktvorgaben sich dieser Tage klar bärisch. Saudi-Arabien pumpt mit Rekordmengen seit 1980 sein Öl aus dem Wüstenboden und die anderen großen Ölförderländer ächzen unter den niedrigen Rohölpreisen am Weltmarkt. Es bleibt Ihnen aber nichts anderes übrig, als ebenfalls durch größtmögliche Förderleistung noch möglichst viel an Öleinnahmen zu erreichen. - Und das iranische Öl wird künftig noch dazukommen.

Nachdem die europäische Leitsorte BRENT zum Wochenbeginn deutlich abgenommen hatte, kletterte sie in den letzten beiden Tagen um insgesamt zwei Dollar je Barrel und stand somit am Freitagmorgen bei 59,2 Dollar/Barrel. Die aktuelle Versorgungs- und Nachrichtenlage am Weltölmarkt übte zuletzt massiven Druck auf die Ölpreise aus und auch wenn die Ölpreise heute wieder gestiegen sind, so bleibt im gesamten Wochenverlauf immer noch ein Minus stehen. Gestützt wurden die Ölpreise in den letzten Tagen durch eine bessere Lage an der chinesischen Börse.

Nachdem dort die die Aktienkurse in den letzten Monaten um 35 bzw. 40 Prozent gecracht sind, konnten die Kurse, bedingt durch staatliche Eingriffe, zuletzt wieder zulegen. Dies sorgte dafür, dass Trader auch wieder bei den Ölkontrakten zugriffen. Zudem wurden auch die andauernden Verhandlungen um das iranische Atomprogramm an den Börsen preistreibend gewertet, da auch die letzte Frist wieder ohne Einigung verstrichen war. Dennoch bleibt die grundsätzliche Lage am Weltölmarkt unverändert.

Das weltweite Angebot übersteigt die Nachfrage weiterhin deutlich. So wurde in dieser Woche auch die Trendwende bei den US-Öllagerbeständen bestätigt, denn die bereits prall gefüllten US-Öllager stiegen laut den offiziellen Daten des DOE (Department of Energy) um weitere 3,2 Mio. Barrel an. Am Devisenmarkt zeigt sich der €uro, trotz griechischem Referendum, weiterhin unbeeindruckt und konnte auf Freitag sogar gegen den Dollar zulegen.

Die Aussichten für die Kraftstoffpreise fallen somit unterschiedlich aus. Fahrer von Dieselfahrzeugen müssen sich wohl auf eine Preiserhöhung am Wochenende einstellen. Ein Rückgang der Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen ist hingegen längst überfällig.

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